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Future Mobility: Neue Mobilitätskonzepte für unsere Städte

Immer mehr Menschen leben und arbeiten in Deutschlands Großstädten. Das hat zur Folge, dass neben den Mieten auch das Verkehrsaufkommen rasant steigt. In Zeiten, in denen Verkehrsflächen ohnehin schon Mangelware sind und die Feinstaubbelastung immer häufiger Fahrverbote nach sich zieht, wird das zunehmend zum Problem.

Neue Mobilitätskonzepte sollen Abhilfe schaffen – und die Art und Weise, wie wir uns in unseren Städten fortbewegen, nachhaltig verändern. Im Vordergrund steht dabei insbesondere eine umweltfreundliche Mobilität, bei der der Individualverkehr nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Denn je weniger Autos auf den Straßen unterwegs sind, desto mehr Platz gibt es für Radfahrer und Fußgänger. Zudem werden Staus reduziert, die Lärm- und Schadstoffbelastung für Mensch und Umwelt nimmt ab.

Aber wie sieht sie eigentlich aus, die Future Mobility?

Sharing Economy: Teilen statt Haben

In Deutschland steht jedes Auto durchschnittlich 23 Stunden am Tag ungenutzt herum – und nimmt dabei jeden Menge Platz in Anspruch. Auf fünf Autoparkplätze passen beispielsweise bis zu 50 Fahrräder. Diese brauchen weniger Platz und sind umweltfreundlicher, aber natürlich werden auch Fahrräder nur wenige Stunden am Tag tatsächlich bewegt.

Aus diesem Grund ist in immer mehr Großstädten die Sharing Economy auf dem Vormarsch. In diesem Szenario teilt man sich Autos und Fahrräder mit anderen, anstatt selbige zu kaufen und zu besitzen. Für den Einzelnen ist das günstiger, da man keine Versicherungen, Wartungskosten, Steuern und Parkgebühren für ein Auto bezahlen muss, das man ohnehin kaum nutzt. Die Allgemeinheit profitiert von deutlich weniger Fahrzeugen auf den Straßen und mehr öffentlichen Flächen.

Gleichzeitig werden vorhandene Ressourcen effizienter genutzt: Während zur Zeit in einer Straße mit 20 Familien jede ein eigenes Auto vor der Tür stehen hat, reichen dann eventuell fünf Autos für alle. Diese werden dann aber auch rund um die Uhr genutzt und nicht nur eine Stunde pro Tag.

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Autonome Shuttles wie die des ZF-Unternehmens 2getthere werden künftig noch viel stärker den Verkehr entlasten.

Autonome Shuttles entlasten den Verkehr

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Future Mobility sind autonome Fahrzeuge. Gemeint sind damit in erster Linie kleinere Shuttles für sechs bis acht Leute, aber auch sogenannte „Robotertaxis“.

Robotertaxis sind in erster Line als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr zu verstehen. Denn auch in Zukunft wird es immer noch Szenarien und Strecken geben, die sich weder mit Bus oder Bahn noch mit dem Fahrrad abdecken lassen. In solchen Fällen ruft man sich dann per App ein autonomes Taxi, das den Fahrgast ohne weiteres Zutun zum Ziel bringt. Ähnlich wie beim Car Sharing liegt auch hier der Nutzen auf der Hand: Robotertaxis kommen ohne menschlichen Fahrer aus und können insbesondere in Großstädten rund um die Uhr Passagiere befördern. Durch intelligente Vernetzung ist eine Auslastung von über 80 Prozent problemlos möglich. Sollten doch einmal Wartezeiten entstehen, können diese zum Aufladen benutzt werden, denn natürlich sind die selbstfahrenden Taxis elektrisch.

Autonome Shuttles sind indes die perfekte Lösung für Szenarien, in denen kleinere Menschengruppen auf einem räumlichen begrenzten Areal von A nach B transportiert werden müssen – etwa auf einem Firmengelände, einem Campus oder einem Flughafen.

Digitalisierung bringt neue Formen der Mobilität hervor

Neben altbewährten Formen der Mobilität (Busse, Bahnen, Autos, Fahrräder, etc.) gesellen sich neue – beispielsweise E-Scooter. Und über allem schwebt die Digitalisierung. Denn ohne die intelligente Vernetzung aller Verkehrsteilnehmer ist eine nachhaltige Verkehrswende nicht zu schaffen.

Schon heute gibt es beispielsweise in Litauens Hauptstadt Vilnius eine Smartphone-App, die alle Verkehrsmittel aufeinander abstimmt und koordiniert. Wenn jemand von A nach B möchte, gibt er sein Ziel in die App ein und diese empfiehlt im die schnellste Route – inklusive einer Übersicht aller dafür notwendigen Verkehrsmittel. Selbstverständlich können auch die entsprechenden Tickets direkt in der App gekauft und bezahlt werden. Kommt es zu einer Verspätung, sucht „Trafi“ (so heißt die App) nach passenden Alternativen. Selbstverständlich können auch persönliche Präferenzen (möglichst kein Fahrrad, möglichst wenige Umstiege, etc.) hinterlegt werden.

Ein weiterer Vorteil der App: Die damit gesammelten Verkehrsdaten können von den zuständigen Behörden dazu genutzt werden, um das Angebot an Verkehrsmitteln auf die Bedürfnisse der Stadtbewohner zuzuschneiden. Erst durch „Big Data“ wird eine wirklich effiziente und bedarfsorientierte Verkehrsplanung unter Berücksichtigung unterschiedlicher Mobilitätskonzepte möglich.

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