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2020 Mitsubishi L200 Fahrbericht Test Review

Naja, nennen wir das Kind beim Namen – und genau hier liegt die Krux: So richtig glücklich sind die Japaner nicht mit ihrer Namenswahl. Der Mitsubishi Pajero hat schon für Schmunzeln gesorgt. Und der Mitsubishi L200? Was ist daran falsch? Nicht viel – eigentlich. Aber für einen stattlichen Pick-Up, dürft es doch ein Name mit mehr Klang und Gewicht sein, oder? Volkswagen macht es mit dem Amarok vor und zeigt, dass ein Pick-Up auch wie einer klingen darf. Andererseits sind Namen nur Schall und Rauch, wie der Volksmund wissen will. Ob der neue Mitsubishi L200 im Drive Check ebenfalls verraucht, oder ob er etwas auf der Pritsche hat, wollen wir im Folgenden herausfinden. Weitere Mitbewerber sind z.B. der Nissan Navara oder die darauf basierende Mercedes-Benz X-Klasse!

Mitsubishi L200 Fahrbericht

Mitsubishi L200 Fahrbericht

Mitsubishi L200 Design Check

Es wurde auch Zeit. Mag der Name Mitsubishi L200 bei vielen nur für hochgezogene Schultern sorgen, schurzt man beim ersten Anblick des Japaners anerkennend die Lippen. Mit dem neuen Modell kommt der Pick-Up endlich nicht mehr so nichtssagend daher, wie es bislang der Fall war. Mit dem Mitsubishi Markengesicht versehen, wirkt der L200 dynamisch, angriffslustig und alles andere als altbacken. Man denkt nicht mehr sofort an ein Nutzfahrzeug, wenn man den Japaner erblickt.

Schmale, zusammengekniffene Scheinwerfer zieren die Front und werden vom mächtig mit Chrom geschmückten Kühlergrill miteinander verbunden. Der vordere Stoßfänger wirkt mit seinen Einzügen gerade so, wie der Helm eines Football-Spielers und quetscht die Nase angriffslustig zusammen. Seitlich betrachtet macht sich wiederum ein bekanntes Bild im Kopf breit: Die nach hinten ansteigende Fensterlinie kennt man vom Vorgänger. Trittbretter, schier riesige Radhäuser, massive Bügeltürgriffe: Kein Zweifel, der Mitsubishi kann ernst machen, wenn er soll. Ernst wirkt mitunter auch das Heck. Oder etwas müde, gar einfallslos. Vertikal angeordnete Rückleuchten, eine Chromspange an der Laderaumklappe und ein ausladender Stoßfänger – das war´s.

Mitsubishi L200 Ladefläche

Mitsubishi L200 Ladefläche

Das war´s – ein gutes Stichwort. Schließlich gibt es den gelifteten Pick-Up nur noch in zwei Karosserievarianten. Und so messen das Club, wie auch das Double Cab 5,30 m in der Länge. Je nach Passagierraum (zwei Notsitze hinten inkl. einer halben Fondtür beim Club Cab, vier vollwertige Türen und eine vollwertige Rückbank beim Double Cab) variiert allerdings das Ladeabteil: 1,85 bzw. 1,52 m Länge sowie 1,47 m Breite stehen bereit.

Mitsubishi L200 Fotos – Exterieur:

Mitsubishi L200 Innenraum Check

Der frische geliftete Mitsubishi L200 zeigt auch im Innenraum die Aufwertung. Gleichzeitig gibt sich klar zu erkennen, dass er weiterhin keinen Premium-Anspruch hegt. Harte Kunststoffe, grobschlächtige Schalter, ein veraltetes Infotainment – man findet sich zurecht, aber eine Business-Lounge ist der Innenraum des Japaners nicht. Das überlässt der Pick-Up lieber seinen Mitstreitern vom Schlage einer Mercedes-Benz X-Klasse oder eines Volkswagen Amarok. Doch auch bei ihnen ist nicht alles Gold, was glänzt.

Ärgerlich: Weder Navara, X-Klasse oder L200 bieten einen Einklemmschutz für die hinteren Fenster an. Kindersicherheit wird bei Pick-ups wohl nicht groß geschrieben.

Mitsubishi L200 Test

Mitsubishi L200 Test

Die neuen Sitze im Mitsubishi L200 zeigen zwar, dass die Japaner die richtigen Intentionen bei der Weiterentwicklung hegten, aber nicht so ganz ins Schwarze getroffen haben. Der Sitzkomfort zeigt klar, dass Langstreckenkomfort nicht oberste Priorität hatte. Platz-technisch kann man sich in der ersten Sitzreihe nicht beschweren. Das Fahrzeug erinnert halt so an regelmäßige Pausen. Und auch in Reihe zwei geht es nicht beengt zu. Komfort sucht man hier aber vergebens. Zu hart sind die Polster, zu steil steht die Sitzlehne, zu angewinkelt sind die Beine der Hintensitzenden.

Mitsubishi L200 Motoren Check

Neu ist beim Mitsubishi L200 Facelift der 2,3 Liter große Turbodiesel. Der Vierzylinder generiert 110 kW/150 PS sowie 400 Nm bei 1.750 Umdrehungen in der Minute. Damit wird der Pick-Up nicht zum Rennwagen und kann sicherlich nicht mit dem Amarok V6 TDI mithalten. Das soll er aber auch gar nicht. Er möchte lieber laut knurrend seinen Dienst verrichten – und zwar nach Vorschrift. Das schafft der Selbstzünder mit einer Euro 6d-Temp-Einstufung, einem angegebenen Verbrauch von knapp unter 10 Litern im Schnitt und einer Höchstgeschwindigkeit von 174 km/h. Keine Highlights, aber solide Werte.

Mitsubishi L200 Review

Mitsubishi L200 Review

Koppeln kann man den Vierzylinder-Diesel an eine Automatik oder an ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Zwar fördert der Automat den Komfort im Alltag, wirkt aber auch müde. Spontane Gasbefehle werden zunächst ignoriert. Aber wie erwähnt: Ein Rennwagen will der Mitsubishi L200 nicht sein, also Schwamm drüber. Ein Sportwagen wird der Pick-Up auch mit der Sechsgang-Handschaltung nicht, macht aber einen wesentlich nachdrücklicheren und wacheren Eindruck. Dennoch überzeugte die Automatik vor allem auf längeren Autobahn-Etappen, da kann man mit dem L200 nämlich auch schön mitschwimmen, der Tempomat regelt die Geschwindigkeit und der Fahrer kann etwas entspannen.

Mitsubishi L200 Preis Check

Robust zeigt sich der Mitsubishi L200 bei der Preisgestaltung. Die Basisvariante startet bei unter 30.000 Euro und hält eine Zentralverriegelung, ein Multimediasystem und ein paar Komfortextras parat. Interessant: Die Basis ist im Vergleich zur Vor-Facelift-Version sogar etwas günstiger geworden, berücksichtigt man die bessere Ausstattung. Für die Top-Ausstattung muss man allerdings sportliche 43.400 Euro berappen. Nörgeln muss man dabei nicht, schließlich kann man hier von einem Rundum-Sorglos-Paket sprechen. Eine echte Empfehlung stellt die zur Markteinführung verfügbare Version „Intro“ dar. Hier sind LED-Scheinwerfer, ein paar Assistenten und eine Klimaautomatik enthalten. Der Preis von knapp 35.000 Euro ist fair.

Mitsubishi L200 Probefahrt

Mitsubishi L200 Probefahrt

Mitsubishi L200 Zielgruppencheck und Fazit

SUV-Bashing, Diesel-Skandal, Tempolimits – was kümmert das den Mitsubishi L200? Er ist ein Pick-Up durch und durch! Er wirkt äußerst solide, verrichtet ohne Murren seinen Dienst und ist ausgelegt für viele, viele Kilometer über Stock und Stein, durch Sand und Matsch. Er eignet sich als Transporter für den Nachwuchs auf dem Weg zur Schule, macht auf der Baustelle eine gute Figur – zuschaltbarer Allradantrieb sei Dank – und steckt den Transport von sperrigem Freizeitgut ohne Probleme weg. Und mit dem Facelift sieht er an der Front sogar richtig chic aus. Der Feinschliff ist geglückt ohne der robusten Charakter zu verwässern.

Mitsubishi L200 Drive Check

Mitsubishi L200 Drive Check

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