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Glühbirne am Auto wechseln: So gelingt es auch Anfängern

Wieviel Sie für ein Kraftfahrzeug zahlen müssen, hängt nicht allein vom Verkaufspreis ab. Auf lange Sicht sind es vor allem die laufenden Kosten, die Autobesitzern Geld aus der Tasche ziehen. Ein platter Reifen hier, ein kaputter Scheibenwischer da – so häufen sich für Reparaturen schnell Ausgaben im dreistelligen Bereich an. Allerdings müssen Sie nicht unbedingt auf teuren Werkstattservice zurückgreifen. Wer Geld sparen möchte, kann viele Arbeiten auch selbst erledigen. Beispielsweise ist der Wechsel von Auto-Glühbirnen oftmals einfacher als gedacht. Was Sie dafür brauchen und worauf Sie achten sollten, erklärt dieser Ratgeber.

 

mindmap mit glühbirne

 

Welche Lampen können am Auto gewechselt werden?

Bevor Sie zur Tat schreiten, nehmen Sie zunächst die vorhandene Ausstattung genauer unter die Lupe. Grundsätzlich gibt es bei jedem Fahrzeug verschiedene Arten von Leuchtmitteln, von denen sich nicht alle ohne Weiteres austauschen lassen. Hierzu gehören:

 

Xenon und Bi-Xenon

Sogenannte Gasentladungslampen auf Xenon-Basis kommen gelegentlich für das Fern- und Abblendlicht der Scheinwerfer zum Einsatz. Um Licht zu erzeugen, muss ein elektronisches Vorschaltgerät (EVG) kurzzeitig eine Stromstärke von bis zu 25.000 bereitstellen. Ein Kontakt mit dieser Hochspannung kann für Menschen lebensgefährlich werden. Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie daher Xenon-Glühbirnen an Ihrem Auto immer von einem Experten wechseln lassen.

 

LED-Leuchtlampen

Die Abkürzung LED leitet sich von dem englischen Ausdruck „light-emitting diode“ (zu Deutsch Leuchtdiode) ab. Hierbei unterscheidet man zwischen zwei Arten von Lichtquellen:

  • LED-Lampen, die wie herkömmliche Auto-Glühbirnen aufgebaut sind, können Sie selbst wechseln.
  • Moderne LED-Leuchten bilden einen integrierten Bestandteil im Rücklicht oder Scheinwerfer und lassen sich dementsprechend nicht separat aus- und einbauen. In diesem Fall führt kein Weg vorbei an einer Fachwerkstatt, um Defekte zu beheben.

 

Halogenlampen

Heutzutage bestehen die Beleuchtungsanlagen von Pkws größtenteils aus Halogen-Birnen. Konkret finden Sie diese an folgenden Stellen:

  • Scheinwerfer und Nebelscheinwerfer
  • Vordere Blinkleuchten
  • Seiten- oder Positionsleuchten
  • Rückleuchten, evtl. mit extra Rückfahrlicht oder Nebelschlussleuchte
  • Kennzeichenbeleuchtung
  • Licht im Innenraum

Solche Lampen können Sie prinzipiell selbst aus- und einbauen. Allerdings gibt es keine pauschale Anleitung, nach der sich sämtliche Glühbirnen am Auto wechseln lassen. Je nachdem, wo ein Defekt besteht, müssen Sie unterschiedlich vorgehen. Im Folgenden finden Sie einen Überblick zu den wichtigsten Do-it-yourself-Tricks, mit denen Sie im Einzelnen ans Ziel kommen.

 

driving car

 

Welche Birnen passen für einen Wechsel bei Autolichtern?

Um ein kaputtes Licht auszutauschen, brauchen Sie zunächst einen geeigneten Ersatz. Halogenlampen sind je nach Fahrzeugtyp in verschiedenen Varianten erhältlich:

Zwei-Faden-Lampen H4-, H5- und H6- Systeme Zwei Scheinwerfer

(1x links und 1x rechts)

Ein-Faden-Lampen H1-, H2, H3- und H7-Systeme Vier Scheinwerfer

(2x links und 2x rechts)

 

Entsprechende Glühbirnen können Sie für einen Lampenwechsel an Ihrem Auto in Tankstellen, Baumärkten oder Online-Shops kaufen. Welchen Typ Sie jeweils benötigen, steht in den Fahrzeugpapieren. Des Weiteren lassen sich die Leuchtmittel auch anhand der jeweiligen Lampensockel unterscheiden:

  • H1, H2 und H3 haben ein kurzes Kabelstück, an dessen Ende sich ein spezieller Stecker befindet.
  • Bei H7 und H4 ragt eine bestimmte Anzahl von Stegen aus dem Sockel hervor.
  • H5 und H6 besitzen verschiedene Sockeldurchmesser, werden für Autos aber selten verwendet.

Tipp: Bei H4-Birnen sind insgesamt drei Stege in relativ gleichmäßigem Abstand angeordnet. Obwohl diese Stege nicht die gleiche Breite haben, kann es leicht passieren, dass sie falsch in die zugehörige Fassung eingesetzt werden. Sehen Sie also genau hin und wenden Sie nicht zu viel Kraft an, wenn Sie eine H4-Glühbirne montieren.

 

Birnen am Scheinwerfer wechseln: eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Bevor Sie eine Autolampe selbst austauschen, sollten Sie zunächst einen Blick in den Motorraum werfen. Bei herkömmlichen Fahrzeugmodellen befindet sich an der Rückseite des Scheinwerfers eine handgroße Kappe. Diese können Sie einfach abnehmen, um sich Zugriff auf die Birne und den zugehörigen Lampensockel zu verschaffen. Einige modernere Modelle (z.B. der VW IV) machen es allerdings erforderlich, dass Sie für einen Wechsel der Auto-Glühbirne auch den Kühlergrill, die Radkasten- bzw. Frontverkleidung oder sogar den gesamten Scheinwerfer abnehmen. In solchen Fällen kommt nur eine Reparatur in der Kfz-Werkstatt infrage.

Wenn sich der Scheinwerfer an der Hinterseite problemlos öffnen lässt, verfahren Sie folgendermaßen:

  • Ziehen Sie den Zündschlüssel ab, um die Zündung komplett auszuschalten.
  • Öffnen Sie die Motorhaube und entfernen Sie die runde Verschlusskappe vom Scheinwerfer. Falls die Kappe sehr fest sitzt, können Handschuhe oder ein Handtuch helfen.
  • Nun blicken Sie auf die Unterseite des Lampensockels. Ziehen Sie den Stecker vom Lampensockel ab.
  • Daraufhin wird ein Drahtbügel sichtbar, der den Lampensockel an beiden Seiten in einer Fassung hält und hinten am Scheinwerfer in einen Falz eingehängt ist. Drücken Sie den Bügel an dieser Stelle leicht nach unten und biegen beide Enden zusammen, um ihn herunterzuklappen. Dabei kann Glühbirne bereits aus der Fassung fallen.
  • Entnehmen Sie die defekte Glühbirne und setzen Sie die neue Halogen-Glühlampe ein.

Nicht vergessen: Bei H4-Birnen ist besondere Vorsicht gefragt!

  • Hängen Sie den Metallbügel wieder ein, bevor Sie den Kabelstecker auf die Birne stecken und die Scheinwerferkappe wieder verschließen.

Um herauszufinden, ob der Wechsel Ihrer Auto-Glühbirne funktioniert hat, kontrollieren Sie im letzten Schritt das Abblendlicht und das Fernlicht.

 

Glühbirnen an den Heckleuchten austauschen

Wenn Sie am hinteren Fahrzeugende neue Lampen anbringen möchten, prüfen Sie zunächst die Innenverkleidung im Kofferraum. Dort befinden sich bei den meisten Pkws eingehängte oder festgeschraubte Deckel hinter den Heckleuchten. Nachdem Sie diesen Deckel abgenommen haben, wechseln Sie die Rücklicht-Birnen Ihres Autos wie folgt:

  • Im Innern des Rücklichts ist ein Lampenträger eingeschraubt oder eingeklemmt. Nehmen Sie das Werkstatthandbuch des Herstellers zur Hand, um diesen Träger abzumontieren.
  • Wechseln Sie die Glühlampen aus. Dafür müssen Sie eventuell das Rücklichtglas von außen abschrauben.
  • Gehen Sie stets so vor, dass Sie die alte Glühbirne von oben (Glaskolbenseite) zur Fassungsseite leicht nach unten drücken und dann seitlich drehen und loslassen.
  • Bei Zwei-Faden-Lampen handelt es sich um jeweils eine Birne für Abblendlicht (5 W) und Bremslicht (21 W). Wenn Sie die Glühbirne einsetzen, dürfen Sie die beiden Kontakte am Lampensockel nicht vertauschen.
  • Achten Sie beim darauf, dass die Gummidichtungen zwischen Leuchtenglas und Lampenträger bzw. Verschlussdeckel richtig sitzen.

Tipp: Fassen Sie Glühbirnen ausschließlich am Sockel an – niemals am Glas! Wenn Sie den Glaskolben mit bloßen Fingern berühren, zerstören Schmutz- und Fettrückstände schnell die empfindliche Oberfläche.

 

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Wieviel kostet es, eine Birne am Auto zu wechseln?

Professionelle Reparaturen können die Haushaltskasse stark belasten. Ein komplett neuer Scheinwerfer bringt es bereits auf über 800 Euro. Falls Sie beide Scheinwerfer austauschen lassen, zahlen Sie dafür gut und gerne 2000 Euro.

Dagegen erhalten Sie einen Satz Glühbirnen bereits für zehn Euro im Supermarkt oder Fachgeschäft. Solange nur eine Birne defekt ist und die LED-Beleuchtung keine Probleme macht, lohnt es sich also definitiv, Autolichter in Eigenregie zu wechseln. Das nimmt auch für ungeübte Hände insgesamt nicht mehr als 30 Minuten in Anspruch.