Tesla Model 3

Innovation & Zukunft » Förderung von Elektroautos: Höhere Kaufprämie, neue Steuervorteile

Förderung von Elektroautos: Höhere Kaufprämie, neue Steuervorteile

Im Juli 2016 hat sich die Bundesregierung dazu entschieden, den Absatz neuer Elektrofahrzeuge zu fördern. Dazu wurde das „Förderprogramm Elektromobilität“, der sogenannte „Umweltbonus“, ins Leben gerufen. Abgewickelt wird die Kaufprämie für Elektroautos vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Wie Sie die Förderung beantragen, können Sie hier nachlesen.

Nachdem der Umweltbonus zu Beginn nur zögerlich von den Autokäufern angenommen wurde, steigt die Zahl der Anträge nun immer weiter an. Zurückzuführen ist dies in erster Linie darauf, dass seit 2018 immer mehr vollelektrische Modelle auf den Markt kommen. Aber auch die Fahrverbote für Diesel sowie das gesteigerte Bewusstsein für die Folgen des Klimawandels beflügeln die Elektromobilität.

Im November 2019 hat die Bundesregierung nun beschlossen, die Abkehr vom Verbrennungsmotor weiter zu beschleunigen – mit einer höheren Kaufprämie und neuen Steuervorteilen für elektrische Firmenwagen.

Kaufprämie: Bis zu 6.000 Euro Umweltbonus beim Kauf eines Elektroautos

Während der „alte“ Umweltbonus für Elektroautos in Höhe von 4.000 Euro pauschal bis zu einem Nettolistenpreis von 60.000 Euro gewährt wurde (3.000 Euro für Plug-in-Hybride), ist im neuen Umweltbonus eine Staffelung enthalten. Und die sieht so aus:

  • 6.000 Euro Förderung erhalten Käufer eines rein elektrischen Autos bis zu einem Listenpreis von 40.000 Euro. Darunter fallen beispielsweise der BMW i3 oder Renault Zoe.
  • 5.000 Euro Förderung erhalten Käufer eines rein elektrischen Autos bis zu einem Listenpreis von 65.000 Euro. Darunter fällt beispielsweise der Mercedes-Benz EQC.
  • 4.500 Euro Förderung erhalten Käufer eines Plug-in-Hybriden bis zu einem Listenpreis von 40.000 Euro.
  • 4.000 Euro Förderung erhalten Käufer eines Plug-in-Hybriden über einem Listenpreis von 40.000 Euro. Bedingung hierfür ist jedoch, dass das Fahrzeug im Normtest nicht mehr als 50 Gramm CO₂ pro Kilometer ausstößt.
  • keine Förderung erhalten Käufer eines rein elektrischen Autos und PHEV über einem Listenpreis von 65.000 Euro. Darunter fallen beispielsweise der Audi e-tron und der Porsche Taycan.

Wichtig: Die genannten Preisgrenzen beziehen sich auf den jeweiligen Netto-Listenpreis des Basismodells. Die Kosten für etwaige Sonderausstattung spielen in diesem Kontext keine Rolle. Eine Liste der derzeit förderfähigen Elektroautos finden Sie auf der Website der BAFA.

Beschlossen werden sollen die Änderungen beim Umweltbonus noch im November 2019. Ab wann die höheren Förderungssätze dann aber tatsächlich ausgezahlt werden, ist derzeit noch nicht bekannt. Wer den Kauf eines Elektroautos plant, sollte also erstmal noch abwarten.

Steuervorteile: Dienstwagen-Förderung mit 0,25-Prozent-Regelung

Wer als Privatperson ein Elektroauto anschafft, profitiert allerdings nicht nur vom Umweltbonus, sondern kommt auch in den Genuss von Steuervorteilen: Für batterieelektrische Fahrzeuge, die bis zum 31.12.2020 erstmals zugelassen werden, wird zehn Jahre lang keine Kfz-Steuer fällig.

Für Gewerbetreibende und Besitzer von Dienstwagen hat der Bundestag im November darüber hinaus die Besteuerung angepasst:

  • wer vor dem 31. Dezember 2018 und vor dem 1. Januar 2031 ein Elektroauto oder einen Plug-in-Hybriden anschafft, dessen Brutto-Listenpreis maximal 40.000 Euro beträgt, muss den geldwerten Vorteil nur mit 0,25 Prozent versteuern.
  • liegt der Brutto-Listenpreis über 40.000 Euro gilt weiterhin die 0,5-Prozent-Regelung.
  • Voraussetzung: Von 2022 bis 2024 muss die Mindestreichweite mit reinem Elektroantrieb 60 Kilometer betragen (alternativ einen maximalen CO2-Ausstoß von 50 g/km).  Von 2025 bis 2030 steigt die erforderliche elektrische Mindestreichweite auf 80 Kilometer an.

Auch Energieversorger fördern Elektromobilität

Damit sind wir bei den Förderungen für die Elektromobilität in Deutschland aber noch nicht am Ende angelangt. Denn zusätzlich zur staatlichen Kaufprämie und den Steuervorteilen legen auch immer mehr Energieversorger entsprechende Förderprogramme auf. Ein paar Beispiele:

  • STAWAG Aachen: 500 Euro bei Kauf eines Elektroautos
  • Stadtwerke Karlsruhe: 200 Euro Zuschuss beim Kauf einer Wallbox (setzt den Bezug von Ökostrom voraus). 100 Euro beim Kauf eines neuen oder gebrauchten Elektroautos oder Plug-in-Hybriden.
  • Wuppertaler Stadtwerke: 1000 Euro beim Kauf eines Elektroautos. Setzt den Bezug von Strom über die Stadtwerke voraus.

Über was man sich dabei im Klaren sein muss: Solche Förderungen sind stets mit entsprechenden Auflagen (Bezug von Strom von den jeweiligen Stadtwerken über einen bestimmten Zeitraum) verbunden. Man sollte vorab genau nachrechnen, ob es sich lohnt, einen unter Umständen deutlich teureren Stromvertrag abzuschließen, nur um einmalig ein paar hundert Euro Zuschuss zu erhalten.

Tags: