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2019 Audi A3 40 TFSI Fahrbericht Test Review

Es ist allmählich so weit: Das beliebte Kompaktklasse-Modell der Ingolstädter bekommt einen Nachfolger. Der Audi A3 der nächsten Generation wird 2020 auf den Markt kommen und die ersten Fotos sind auch schon aufgetaucht. Grund genug, uns von der Ausgereiftheit der noch aktuellen Generation zu überzeugen. Kann der Audi A3 40 TFSI noch überzeugen oder gehört das Premium-Produkt schon zum alten Eisen? Der Drive Check klärt.

Audi A3 40 TFSI Fahrbericht

Audi A3 40 TFSI Fahrbericht

Audi A3 Design Check

Man braucht keine zwei Blicke, um zu erkennen, dass der Audi A3 40 TFSI ein Ingolstädter Produkt ist. Glasklar zeigt das Kompaktklasse-Modell die typischen Insignien der Marke mit den vier Ringen. Da wäre etwa der konzentrierte Blick aus den serienmäßigen Xenon-Scheinwerfern oder der Single-Frame-Grill.

Gerade Letzterer ist das Zeichen überhaupt, das einen Audi ausmacht: Groß und stolz prangt er an der Front. Ansonsten gibt sich der kompakte Ingolstädter eher zurückhaltend und fast schon bieder. Dennoch: Der Premium-Eindruck kommt immer durch – egal ob Basis-Ausstattung oder RS-Modell.

Das liegt vor allem an den akkuraten Proportionen und Linien des Audi A3 40 TFSI. Wenig Aufregung, dafür aber teutonische Klarheit, das ist es, was den Ingolstädter auszeichnet. Und das ist es auch, was ihn noch frisch wirken lässt. Ordert man die 980 Euro teuren LED-Scheinwerfer hinzu, nimmt das Gesicht darüber hinaus richtig moderne Züge an.

Auffällig ist auch das Heck nicht. Hübsch dafür allemal, schließlich kommt der Audi A3 40 TFSI als Sportback daher. Den Dreitürer hat man im Zuge des Produktlebenszyklus aussortiert – verständlich, machen Derivate die Produktion teuer. Verkauft wurden ohnehin vor allem Sportbacks – also Fünftürer – und Limousinen. Beides ansehnliche Kompakte. Beim Sportback wirkt das Ganze dabei etwas Kombi-haft, oder sagen wir lieber Avant-like, und wird durch horizontal ausgerichtete Rückleuchten und den typischen Einzug im Kennzeichenbereich abgebildet. Nicht mehr der neueste Schrei, aber keineswegs altbacken.

Audi A3 Innenraum Check

Von Betagtheit kann beim Innenraum ebenfalls nicht die Rede sein. Dank des ein- und ausfahrbaren Infotainments darf das Cockpit als überaus aufgeräumt gelten. Hochwertig ist es obendrein – klar, wir sprechen ja von einem Audi. Schöne Materialien, saubere Fugen und eine sehr routinierte Verarbeitung lassen keinen Zweifel am Image der Ingolstädter. Hinzu kommen gute Platzverhältnisse auf bequemen Sportsitzen vorn.

Bei der „Sport“-Ausstattungslinie, die beim Audi A3 40 TFSI Pflicht ist, sind sie serienmäßig verbaut und geben angenehmen Halt. Für einen S3 oder gar RS3 wären sie aber etwas zu kommod. Für einen flotten Alltagsbegleiter passen sie hingegen bestens.

Audi A3 40 TFSI Innenraum

Audi A3 40 TFSI Innenraum

Während man in der ersten Sitzreihe noch bestens untergebracht ist, wird es hinten etwas enger. Nicht, dass man hier Not leiden müsste. Andere Mitstreiter bekommen es einfach besser hin und wirken luftiger, wie etwa der Golf. Wiederum andere, und damit sind die beiden Premium-Kontrahenten Mercedes-Benz A-Klasse und BMW 1er gemeint, sind spürbar enger. Auf leicht unterdurchschnittlichem Niveau liegt darüber hinaus da Gepäckabteil: 340 Liter Kofferraum bedeuten eine kleine Sporttasche weniger, als etwa im Golf. Klappt man um, stehen bis zu 1.180 Liter bereit.

Typisch Audi ist nicht nur die hohe Innenraum-Qualität, sondern auch dass alles, was das Reisen sicher und komfortabel macht, nur gegen Aufpreis zu bekommen ist. Ein Abstands-Tempomat? Kostet 750 Euro. Ein Spurhalteassistent? 600 Euro. Der Spurwechselassistent kommt auf 530 Euro, der Notbremsassistent auf 350 Euro, eine Einparkhilfe auf mindestens 450 Euro, der Einparkassistent auf 900 Euro und wer sich navigieren lassen möchte, sollte mindestens 1.295 Euro kalkulieren.

Und da sprechen wir noch nicht von netten Spielereien, wie dem großen Navigationssystem mit Android Auto oder Apple CarPlay, nicht von einem Panorama-Glasdach oder einer Lederausstattung. Noch nicht mal eine Klimaautomatik ist serienmäßig an Bord. Und so heißt es weiterhin: Wer schön sein will muss leiden – mit dem Portemonnaie.

Die Leiden des jungen Audi A3 Fahrers werden darüber hinaus vom MMI hervorgerufen. Galt das System vor ein paar Jahren noch als Patentlösung, wenn es um Infotainments ging, ist es heute angestaubt und unübersichtlich. Die Menüführung könnte logischer sein und die Bedienung über den Dreh-Drück-Steller weniger ablenkend. Klar, man kann das Rädchen blind bedienen und auch Adressen per Schrift-Eingabe vollziehen (sofern man Rechtshänder ist). Die Wahl von „Media“ oder „Navi“ erfordert aber stets einen Blick auf die Mittelkonsole hin zum Schalthebel, wo die Klaviatur des MMI angebracht ist. Hier dürfte sich die kommende Generation am Audi A1, A6, e-tron und Konsorten orientieren, die alle mit Touchscreen auf Augenhöhe daherkommen.

Audi A3 40 TFSI Motoren Check

Kommen wir zum Herzstück des Audi A3 40 TFSI, dem Antrieb. Der 140 kW/190 PS 2.0 Liter Vierzylinder lässt die Frage berechtigt erscheinen, ob man überhaupt noch einen Audi S3 benötigt. Schließlich stürmt der Kompakte bereits mit dem 40 TFSI nach vorn, dass man kaum nach mehr dürstet. Sein strammes Drehmoment von 320 Nm wirkt Diesel-artig und macht Überholvorgänge zum lässigen Routine-Akt.

Audi A3 40 TFSI Motor

Audi A3 40 TFSI Motor

Dabei wirkt der Ingolstädter dank 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe „s-tronic“ komfortabel. Der Allradantrieb „quattro“ lässt obendrein immer ein äußerst souveränes Vorankommen zu – ein echter Sicherheits- und Wohlfühl-Gewinn. Dem Spurttalent ist der Allradantrieb ohnehin zuträglich. 6,2 Sekunden auf 100 km/h geben die Ingolstädter an und das erscheint absolut glaubwürdig. Die Höchstgeschwindigkeit von 236 km/h ist außerdem nicht von schlechten Eltern.

Und der Verbrauch? Den gibt Audi mit 6,4 Litern gemäß NEFZ und 7,4 Litern entsprechend des aktuellen WLTP-Zyklus´ an. Dieser wird unter realitätsnahen Verhältnissen ermittelt und ist tatsächlich zu schaffen. Dann fährt man aber ohne großen Fahrspaß und den soll der 190 PS-starke Antrieb doch machen, oder? Und so werden in der Realität eher 8 bis 8,5 Liter fällig. Passt. Die Euro 6d-Temp-Abgaseinstufung ebenfalls.

Audi A3 Preis Check

Wir haben es oben schon erwähnt: Der Ingolstädter ist ein Premium-Produkt und kostet gutes Geld. 36.350 Euro werden für den Audi A3 40 TFSI mindestens fällig. Das liegt unter anderem an der Sport-Ausstattungslinie, die spezielle Lufteinlässe an der Front, 17-Zoll-Felgen, ein Endrohr und Einstiegsleisten in Chrom sowie Dekoreinlagen, ein Sportfahrwerk und ein Multifunktionslenkrad mitbringt.

Serienmäßig gibt es obendrein Xenonscheinwerfer und Sportsitze sowie eine manuelle Klimaanlage und das Radio MMI plus mit Bluetooth. Das war es aber auch. Für den richtigen Premium-Touch fehlen dann noch eine Klimaautomatik, ein Navigationssystem, hübsche Polster und größere Räder. Das muss es einem aber auch wert sein.

Audi A3 40 TFSI Test

Audi A3 40 TFSI Test

Audi A3 40 TFSI Zielgruppencheck und Fazit

Wer einen ausgereiften Premium-Kompakten sucht, könnte mit dem Audi A3 40 TFSI einen guten Fang machen. Der Ingolstädter fällt mit nichts wirklich negativ auf und gebärdet sich als echtes Vollwertfahrzeug, das einen größeren Wagen nicht vermissen lässt. Zumindest, wenn man zu zweit ist. Mit Kindern oder bei häufiger Nutzung der Rückbank sollte man sich etwas anderes suchen.

Wer darüber hinaus preissensitiv ist, sollte einen Bogen um die Marke mit den vier Ringen machen: Ein Schnäppchen ist der Audi A3 40 TFSI wahrlich nicht. Das wird er auch zum Modellwechsel nicht, da die Gebrauchtwagenpreise wertstabil sind. Es bleibt also dabei: Wer schön sein will, muss leiden. Und bezahlen.

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