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Parkverbot – die Tabuzone für parkende Autos

Sie finden mitten in der Stadt den perfekten Parkplatz, sind sich aber nicht immer 100-prozentig sicher, ob Sie ihn auch nutzen dürfen? Sie glauben, alles richtig zu machen, finden aber trotzdem immer wieder einen Strafzettel auf der Frontscheibe vor? Dann sind Sie reif für eine Auffrischung in Sachen Parkverbot. Lesen Sie jetzt alles, was Sie über das Parkverbot wissen sollten, und sagen Sie dem Parkknöllchen für immer Lebewohl!

Ein Tipp für unsere Mobile User: Halten Sie Ihr Gerät für unsere Schilderübersicht am besten quer!

Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

  1. Die StVO unterscheidet zwischen absolutem und eingeschränktem Halteverbot – letzteres wird umgangssprachlich als Parkverbot bezeichnet.
  2. Als Parken gilt laut Verkehrsrecht, wenn Sie Ihr Fahrzeug für länger als drei Minuten anhalten und verlassen.
  3. Parkverbotsbereiche werden durch Halteverbotsschilder markiert. Dennoch gilt auch an anderen Stellen Parkverbot, zum Beispiel an Bahnübergängen.

Parken oder Halten? – was Parken im Verkehrsrecht bedeutet

Ob Sie noch halten oder schon parken, beurteilt die Straßenverkehrsordnung anhand eines Zeitlimits und Ihrer Intention: Wenn Sie die Fahrt auf der Fahrbahn oder einem Seitenstreifen gewollt unterbrechen, halten Sie nach dem Verkehrsrecht – eine rote Ampel wäre zum Beispiel keine gewollte Unterbrechung.

Wenn Sie Ihr Auto für mehr als drei Minuten stehenlassen und verlassen, wird das von der StVO als Parken gewertet. Nur wenn Sie das Fahrzeug in Sichtweite behalten, wird noch vom Halten gesprochen. Aber Achtung: Auch in diesem Fall gelten 10 Minuten als Toleranzgrenze.

In der Praxis bedeutet das: Wenn Sie während der Fahrt spontan beschließen, noch kurz für das Abendessen einkaufen zu gehen und Ihr Auto dafür verlassen, parken Sie. Wenn Sie aber nur für zwei, drei Minuten stehenbleiben, um einen Blick auf die Karte zu werfen oder sich kurz die Beine zu vertreten und dabei Ihr Auto nicht aus den Augen verlieren, halten Sie.

Achtung, Knöllchengefahr – an diesen Stellen herrscht immer Parkverbot

Die genaue Differenzierung zwischen Parken und Halten ist deswegen relevant, weil in einigen Zonen zwar das Halten, aber nicht das Parken erlaubt ist. Konkret gilt diese Regelung im eingeschränkten Halteverbot, das deswegen im Volksmund als Parkverbot bezeichnet wird. Das Pendant dazu ist das absolute Halteverbot, in dem Sie weder halten noch parken dürfen. Ein grundsätzliches Parkverbot gilt außerdem:

  • vor und hinter Kreuzungen und Einmündungen in einem Bereich von fünf Metern
  • wenn das Fahrzeug die Benutzung gekennzeichneter Parkflächen verhindert
  • vor Ein- und Ausfahrten eines Grundstücks – bei schmalen Straßen auch ihm gegenüber
  • über Schachtdeckeln und anderen Verschlüssen – auch wenn das Parken auf dem Gehweg erlaubt ist
  • von Bordsteinabsenkungen und auf Gehwegen, wenn nicht ausdrücklich erlaubt
Bußgeld bei Parkdelikt: Wenn Sie im Halteverbot parken, fällt ein Bußgeld zwischen 10 und 70 Euro an. Die Höhe des Bußgeldes entscheidet sich über den Parkzeitraum und darüber, inwieweit Ihr geparktes Fahrzeug den Straßenverkehr behindert hat. Welches Bußgeld in welchem spezifischen Fall anfällt, hat der Bußgeldkatalog übersichtlich in einer Tabelle zusammengefasst: https://www.bussgeldkatalog.org/parkverbot/.

Hier niemals parken – wichtige Halteverbotsschilder auf einen Blick

Ein Halteverbot gilt nicht nur in Bereichen, die durch ein entsprechendes Schild explizit als solches ausgewiesen sind. Um jedes Halteverbot einhalten zu können, müssen sich Autofahrer auch ein paar andere Verkehrsschilder merken. Aber keine Sorge: In den nicht-markierten Halteverbotsbereichen ist es selbsterklärend, warum Parken an der betreffenden Stelle verboten ist – eine kurze Reflektion vor dem Parken ist daher die beste Merkhilfe. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Halteverbotsschilder auf einen Blick:

 

Andreaskreuz mit Blinklicht für unbeschrankte oder halbbeschrankte Bahnübergänge Andreaskreuz mit Blinklicht für unbeschrankte oder halbbeschrankte Bahnübergänge Vorfahrtsstraße Vorfahrtsstraße
Haltestelle Haltestelle Verbot für Kraftwagen und sonstige mehrspurige Kraftfahrzeuge Verbot für Kraftwagen und sonstige mehrspurige Kraftfahrzeuge
Kreisverkehr Kreisverkehr Parkverbot Parkverbot
Fußgängerzone Fußgängerzone Halteverbot Halteverbot
Verkehrsberuhigter Bereich Verkehrsberuhigter Bereich Fußgängerüberweg Fußgängerüberweg

 

Absolutes oder eingeschränktes Halteverbot? – so deuten Sie Halteverbotsschilder richtig

Halteverbotsschild ohne Richtungspfeile Halteverbotsschild ohne Richtungspfeile: Hier herrscht im ganzen Bereich Parkverbot – Sie dürfen allerdings kurz halten.
Halteverbotsschild mit Pfeil nach links (zur Fahrbahn) Halteverbotsschild mit Pfeil nach links (zur Fahrbahn): Ab hier beginnt der Bereich, in dem Parkverbot herrscht. Auch hier dürfen Sie kurz halten.
Halteverbotsschild mit Pfeil nach rechts (weg von der Fahrbahn) Halteverbotsschild mit Pfeil nach rechts (weg von der Fahrbahn): Ab hier endet das eingeschränkte Halteverbot. Kurzes Halten ist erlaubt.
Halteverbotsschild mit zwei Pfeilen Halteverbotsschild mit zwei Pfeilen: Hier befinden Sie sich in der Mitte des Halteverbots. Sie dürfen kurz halten.
Rotes Kreuz ohne Pfeil Rotes Kreuz ohne Pfeil: Hier herrscht absolutes Halteverbot. Das heißt: Sie dürfen hier weder parken noch halten.
Rotes Kreuz mit Pfeil nach links Rotes Kreuz mit Pfeil nach links: Hier beginnt der verbotene Bereich. Weder Parken noch Halten ist erlaubt.
Rotes Kreuz mit Pfeil nach rechts Rotes Kreuz mit Pfeil nach rechts: Hier endet das absolute Halteverbot. Parken und Halten ist weiterhin untersagt.
Rotes Kreuz mit zwei Pfeilen Rotes Kreuz mit zwei Pfeilen: Sie befinden sich in der Mitte des absoluten Halteverbots. Parken und Halten ist hier verboten.
Zonenschild mit Halteverbotsschild ohne Pfeile Zonenschild mit Halteverbotsschild ohne Pfeile: Ab hier beginnt eine Zone, in der das eingeschränkte Halteverbot gilt.
Durchgestrichenes Zonenschild mit Halteverbotsschild Durchgestrichenes Zonenschild mit Halteverbotsschild ohne Pfeile: Hier endet die Zone, in der das eingeschränkte Halteverbot gilt.

Alles im grünen Bereich – hier können Sie ungestört parken

Auf der sichersten Seite sind Sie, wenn ein blaues Schild mit einem großen P oder eine Parkflächen-Markierung ausdrücklich auf einen Parkplatz hinweist – aber nicht immer sind solche Hinweise zu finden. In diesem Fall können Sie, sofern kein entsprechendes Verbotsschild vorhanden ist und es die Verkehrssituation erlaubt, auch die Fahrbahn zum Parken nutzen. Achtung: Nicht nur Schilder, sondern auch schraffierte Sperrflächen können auf ein Parkverbot aufmerksam machen.

Auf der Fahrbahn dürfen Sie laut StVO nur den rechten Seitenstreifen zum Parken nutzen, zu dem auch entlang der Fahrbahn angelegte Parkstreifen gehören. Einzige Ausnahmen: Wenn an der rechten Straßenseite Schienen verlaufen oder Sie sich in einer Einbahnstraße befinden, dürfen Sie auch links halten und parken.

Tipp: Um Parkstress und hohe Gebühren für teure Parkflächen zu vermeiden, ist es ratsam, sich schon im Vorfeld über die Parksituation am Zielort zu informieren: Wo sind Parkplätze vorhanden? Stehen in näherer Umgebung Alternativen zur Verfügung – und wenn ja, sind sie gut zu erreichen? Übrigens: Sie können auch über die Google-Maps-App nach Parkplätzen suchen. Geben Sie dafür einfach Ihren Standort und den Suchbegriff „Parkplätze“ ein. Anschließend können Sie sich von der App direkt zum nächsten Parkplatz navigieren lassen.

Egal ob im Zentrum der Großstadt oder mitten im Nirgendwo – R+V24 wünscht Ihnen eine stressfreie Parkplatzsuche und einen Parkaufenthalt ohne Knöllchen!

Fotocredits: Stefanie Keller, acilo / iStockphoto
Quelle der Grafiken Verkehrsschilder: https://de.wikipedia.org/wiki/Bildtafel_der_Verkehrszeichen_in_der_Bundesrepublik_Deutschland_seit_2017