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Neuvorstellung: Das ist der neue VW Caddy 5!

Der VW Caddy 5 feierte seine Weltpremiere in Düsseldorf! Was wir bestätigen können: Nummer 5 lebt! Wer kennt ihn noch, den Film, in dem ein knuffiger Roboter mit viel Seele versuchte vor seinen Schaffern davonzulaufen. Ein wenig geht es dem VW Caddy 5 auch so: Nummer 5 fällt etwas mehr aus der Reihe, als man es von ihm erwartet hätte. Eine Design-Revolution bescheren uns die Wolfsburger zwar nicht, aber man sieht endlich, dass der Volkswagen Caddy in eine neue Generation gegangen ist. Das Marktbegleiter-Umfeld vom Caddy ist groß, so gibt es z.B. den Citroen Berlingo, den Peugeot Rifter oder den Ford Tourneo Courier um nur einige Hochdachkombis zu nennen!

VW Caddy 5 - Neuvorstellung

VW Caddy 5 – Neuvorstellung

VW Caddy 5 Design Check

Handwerker, Lieferdienste, Familien mit Platzanspruch – für diese Klientel sind sie genau richtig. Die Rede ist von Kastenwagen. Von Hochdachkombis. Von diesen praktischen Kübeln. Ja, stimmt schon: Die Hochdachkombis versprühen oftmals den Charme eines Nutzfahrzeugs. Doch der Volkswagen Caddy – allen voran die neue, fünfte Generation – ist viel mehr als das. Nach mehr als drei Millionen verkauften Einheiten wissen die Wolfsburger einfach, was sie wie zu konstruieren haben. Erst recht, da sie sich den immer beliebteren SUV ausgesetzt sehen.

Den Hochdachkombi gibt es weiterhin in mehreren Versionen

Den Hochdachkombi gibt es weiterhin in mehreren Versionen

Dennoch: der Volkswagen Caddy blieb seiner typischen Linienführung treu. Er ist weiterhin als Transporter oder als PKW erhältlich und kann in verschiedenen Längen bzw. Radständen geordert werden. So zum Beispiel als Cargo mit zwei Sitzen und großer Ladefläche. Oder als Kombi mit bis zu sieben Sitzplätzen. Ganz gleich, wofür man sich entscheidet, man hat die Wahl zwischen der Kurzversion mit exakt 4,50 m Länge oder der gestreckten Version mit 4,85 m. Bei beiden gleich ist die Breite von 1,85 m (ohne Außenspiegel) und Höhe von 1,79 m. Und damit ist der neue Volkswagen Caddy rund sechs Zentimeter flacher als zuvor. Auch die Radstände, 2,75 m beim kurzen Caddy, 2,97 m beim langen Caddy, erfuhren einen Zuwachs von 7,3 Zentimetern.

Im Allgemeinen gibt sich der neue Volkswagen Caddy wesentlich moderner und zeitgemäßer. Das zeigt sich etwa an der (optionalen) Ausstattung mit LED-Leuchtmitteln rundum. Vorn gibt sich die Front, abgesehen von den neuen Scheinwerfern, futuristisch und recht geschlossen. Dafür sorgen vor allem die Waben im unteren Stoßfänger sowie der geschlossene Grill eine Etage weiter oben.

Heckklappe oder Türen, der Kunde hat die Wahl!

Heckklappe oder Türen, der Kunde hat die Wahl!

Von hinten zeigt sich eine Mischung aus Volvo und Mercedes-Benz Vaneo. Das ist vor allem auf die langgezogenen Rückleuchten zurückzuführen, die sich nun über die gesamte D-Säule ziehen. Neu ist auch das Volkswagen-Emblem, das nun in die breite Heckscheibe gewandert ist. Je nach Ausstattung gibt es eine Chromspange am unteren Rand. Und – besonders neu – der entsprechende Caddy-Schriftzug am unteren Teil der Heckklappe. Die Konzern-Politik mit generell ausgeschriebenen Modellnamen lässt grüßen.

Der Schriftzug am Heck ist auch neu, geblieben ist die große Variabilität!

Der Schriftzug am Heck ist auch neu, geblieben ist die große Variabilität!

VW Caddy 5 Innenraum Check

Was wäre ein Volkswagen Caddy, der innen keinen Platz für Sack und Pack lässt? Genau, kein Caddy. Und so lässt es sich im Interieur luftig leben. Dazu wirkt die neue, fünfte Generation kühl und funktional und will mit ihrer neuen Ergonomie überzeugen. So gibt es gegen Aufpreis digitale Instrumente. Immer mit dabei ist der Lichtschalter, der nun ebenfalls über Touchgesten bedient wird – wie aus dem neuen Golf 8 bekannt.

VW Golf 8 oder VW Caddy 5? Auf dem ersten Blick gibt es keinen Unterschied!

VW Golf 8 oder VW Caddy 5? Auf dem ersten Blick gibt es keinen Unterschied!

Highlight am Armaturenbrett ist das Infotainment, das leicht dem Fahrer zugeneigt ist. Hier hat die Moderne nun gänzlich Einzug gehalten: Zwei USB-C-Schnittstellen, eine induktive Ladeschale, Apple CarPlay over the Air und eine teilweise Bedienung über ein Touchpanel. Man streicht über jenes, um etwa die Temperatur zu regeln oder die Lautstärke zu steuern. Volkswagen verkauft das als neu, dabei ist diese Funktion spätestens seit dem Cadillac CTS bekannt – und umstritten. Schließlich sprechen wir von einem Nutz- und Familienfahrzeug. Warum also eine Lösung, die vielleicht chic aussieht, aber wenig nutzerfreundlich ist?

Wenn man beim Rangieren auf der Baustelle schnell die Lautstärke herunterregeln möchte oder wenn Kevin auf der Rückbank schreit und man die Klimaanlage schnell auf Kühlung stellen möchte? Dann muss es schnell gehen! Und das geht am besten mit einem Drehregler. Damit behält man dann einen kühlen Kopf. Wer zusätzlich Geld in die Hand nimmt, bekommt eine Sprachbedienung. On top gibt es aufpreispflichtige Online-Dienste.

Es gibt natürlich auch noch klassische Instrumente!

Es gibt natürlich auch noch klassische Instrumente!

Positiv hervorzuheben ist, dass es nun eine Vielzahl von Assistenten gibt – MQB sein Dank! Genau, richtig gelesen: Der neue Volkswagen Caddy basiert nun auf dem modularen Querbaukasten und kann einen Abstandstempomaten und Toter-Winkel-Warner, gekoppelt im Travel-Assist mit automatischer Spurhaltung, oder einen Trailer-Assist anbieten. Auf Nummer sicher also.

Eine sichere Nummer ist, wie eingangs erwähnt, das Ladeabteil. Je nach Radstand schluckt der Volkswagen Caddy zwischen 3,3 oder 4 Kubikmeter weg. Oder, um es anders auszudrücken: Der Caddy Maxi, also die Langversion, packt ohne Probleme zwei Europaletten ein. Wahnsinn! Wem das nicht wichtig ist, der wird sich vielleicht über das optionale 1,4 m² große Panorama-Glasdach oder die aufpreispflichtigen AGR-Sitze freuen. Aber welcher Caddy-Interessent lässt schon das Ladevolumen außer Acht?

Der Caddy bleibt auch weiterhin Lademeister!

Der Caddy bleibt auch weiterhin Lademeister!

Motoren Check

Beim Motorenkapitel kommt dem Volkswagen Caddy erneut der MQB zugute. So können viele Antriebe aus anderen MQB Derivaten eingesetzt werde. Dennoch bleibt die Auswahl überschaubar. Grundsätzlich stehen ein 2.0 Liter Diesel, ein 1.5 Liter Benziner und ein 1.5 Liter Erdgas-Motor bereit. Zumindest die Diesel gibt es in verschiedenen Leistungsstufen. Lost geht es mit 55 kW/75 PS, dann weiter 75 kW/102 PS und als stärkste Variante gibt es 90 kW/122 PS. Gekoppelt sind alle Motoren entweder an eine 6-Gang-Handschaltung oder ein 7-Gang-DSG – egal ob Diesel oder Benzin. Den Top-Diesel gibt es dazu mit dem Allradantrieb 4Motion, jedoch nur mit Handschaltung.

Der 1.5 TSI Benziner leistet 84 kW/115 PS und kommt immer mit Frontantrieb, wahlweise mit Handschaltung oder DSG. Stärkstes Aggregat ist der 1.5 Liter Erdgas-Antrieb mit 96 kW/130 PS.
Alle Motoren sind mit einem Partikelfilter ausgerüstet. Herausstechen können vor allem die Diesel mit dem neuen Twindosing. Dieser kryptische Begriff steht für eine doppelte Einspritzung von AdBlue und ermöglicht eine deutliche Reduzierung von Stickoxiden.

Preis Check

Man mag es fast nicht glauben, aber bereits die Cargo Serienausstattung im neuen Volkswagen Caddy geht in Ordnung – zumindest für Caddy Verhältnisse. Hier gibt es elektrische Fensterheber vorn, elektrische Außenspiegel, eine elektrische Parkbremse und ein paar andere Features frei Haus.

Der Kombi bietet darüber hinaus ein Multifunktionslenkrad, zwei Schiebetüren, ein Radiosystem mit 6,5“ Touchscreen sowie eine Müdigkeitserkennung. Richtig gut ist der Volkswagen Caddy Life. Diese Variante bietet Leichtmetallräder, eine manuelle Klimaanlage und ein Infotainment mit 8,25“-Touchscreen. Die Passagiere in der zweiten Sitzreihe werden sich über Klapptische freuen. Darüber rangiert noch der besonders schicke Caddy Style.

Preise sind zurzeit noch nicht bekannt, sollten aber auf dem Niveau des Vorgängers bleiben – zumindest in der Basis. Und die dürfte bei etwa 21.000 Euro liegen. Mit den hochtechnologischen Extras gehen die Preise aber schnell nach oben. Keine Neuigkeit. Und dass Qualität ihren Preis hat, ist ebenfalls bekannt.

Die Nutzfahrzeugversion fährt "günstiger" auf die Straße!

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Zielgruppencheck und Fazit

Was steht unter dem Strich der Volkswagen Caddy-Bilanz? Das, was auch schon beim Vorgänger dort stand: Der Caddy ist ein echter Familien- und Handwerker-Freund. Er bietet Platz in Hülle und Fülle, ist an die jeweiligen Wünsche optimal anpassbar und kann, dank neuer MQB-Basis, nun viele neue Features vorweise. Sei es beim Infotainment oder bei den Assistenz-Systemen. Und beim Design hat sich auch etwas getan. Fragt sich nur, ob man das mag.

Pimp my Nutzfahrzeug? Hübsch ist er geworden, oder?

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Fotos: © Volkswagen Nutzfahrzeuge 2020

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