Bußgeldkatalog 2020 Autofahrer

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Achtung: Neue Bußgelder 2020 – Alles wird teurer!

Mit dem 1. März 2020 ist der neugeregelte Bußgeldkatalog in Kraft getreten. Und eines dürft klar sein – günstiger werden Vergehen nicht. Ganz im Gegenteil: Gemäß der Neuregelung werden härtere Strafen verhängt. Das betrifft vor allem Rettungsgassen-Rowdies, Park-Vergehen und – natürlich –Tempoverstöße. Doch es wird nicht nur teuer, außerdem ist der Führerschein schneller weg, als bisher. Damit setzte der Bundesrat viele Änderungen von Bundesverkehrsminister Scheuer um, die wir uns einmal genauer ansehen wollen. Bußgeld-Drive-Check!

Bußgeld 2020: Immer langsam mit den jungen Pferden!

Fangen wir mit den typischsten Vergehen an: Tempo-Verstöße. Schnell passiert es, dass man ein paar Stundenkilometer zu viel auf der Uhr hat und schups – Blitz –flattert ein teures Foto per Post nach Hause. Wenn es bei ein paar km/h bleibt, ist das nicht weiter tragisch und sollte einen Lerneffekt hervorrufen. Dennoch werden Tempoverstöße bis 10 km/h nun härter geahndet: 30 Euro werden innerorts und 20 Euro außerorts fällig. Überschreitet man diese Schwelle, liegen also zwischen 11 und 15 km/h über dem vorgeschriebenen Limit an, kostet das 50 Euro innerorts und 40 außerorts.

Ab 20 km/h zu viel drohen nun Fahrverbote. Wer innerorts mit mehr als 20 km/h erwischt wird, darf vier Wochen nicht ans Steuer – ob das gut oder nicht ist, bleibt jedem selbst überlassen. Also: Wer mit 70 bis 74 km/h innerorts gemessen wird, darf 70 km/h bezahlen, einen Punkt in Flensburg gibt es gratis dazu. Außerorts sind es 60 Euro und ein Punkt. Hier allerdings noch ohne Fahrverbot. Das droht außerorts ab 25 km/h zu viel. Darüber wird es richtig teuer: Je nach Überschreitung kommen 100 bis 280 Euro auf den „Raser“ zu. Maximal ist der Führerschein für zwei Monate weg.

Links, rechts, Mitte frei – ganz einfach

Eine Neuregelung, die auf viel Zuspruch treffen sollte, betrifft das Bilden der Rettungsgasse. Wer so rücksichtslos ist und keine Gasse bildet, muss mit 200 Euro rechnen. Das sollte hoffentlich genug Lehrgeld sein. Der Punkt in Flensburg, der obendrein hinzukommt, sollte außerdem ein länger anhaltender Denkzettel sein, über den man sich während des einmonatigen Fahrverbots Gedanken machen kann.

Härter bestraft werden mit dem Bußgeld-Katalog-Update Rettungsgassen-Rowdies, die durch die gebildete Rettungsgasse fahren und/oder Rettungsfahrzeugen folgen. Hier werden 240 Euro fällig. On Top kommen zwei Punkte und ein Monat ohne Führerschein hinzu. Dennoch: Man sollte Fahrzeuge, die über den Standstreifen oder über die Rettungsgasse fahren, nicht sofort als Rüpel oder Rowdies verurteilen. Nicht selten sind Staatsanwälte oder Zivilpolizisten in diesen Fahrzeugen unterwegs. Also ruhig bleiben und die Aufgabe der Ahndung den Gesetzeshütern überlassen.

Bei ARD und ZDF sitzen Sie in der ersten Reihe

Und in erster Reihe zu parken ist auch vollkommen in Ordnung. Aber in zweiter Reihe zu parken, das geht gar nicht! Und kostet nun 55 Euro. Dasselbe gilt für das Parken auf Geh- und Radwegen sowie für das Halten auf dem Schutzstreifen. Mit Behinderung werden sogar 70 Euro fällig. Einen Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg kommt frei Haus.

Neu geregelt wird darüber hinaus das Überholen von Radfahrern, E-Scootern und Fußgänger. Innerorts muss es ein Mindestabstand von 1,5 Metern sein, außerorts sogar zwei Meter! Der Fußgänger- und Radfahrerschutz ist auch bei der Neuregelung für das Abbiegen von LKW im Fokus. Fahrzeuge, die über 3,5 Tonnen wiegen, dürfen innerorts beim Rechtsabbiegen nur noch mit Schrittgeschwindigkeit fahren, wenn mit Fußgängern oder Radfahrern zu rechnen ist. Hier ist also die Rede von 7-11 km/h. Bei Zuwiderhandlung drohen 70 Euro Strafe und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei.

Radarwarner und Konsorten – Bußgeld 2020

Manch einer glaubt, besonders clever zu sein und mit einen Blitzerwarner Strafen aus dem Weg zu gehen. Das mag vielleicht funktionieren und war bislang eine juristische Grauzone, doch diese ist nun etwas eindeutiger geworden. Radarwarner sowie Apps auf Smartphones oder Navigationssystemen sind mit dem ersten März verboten – Punkt, aus. 75 Euro und ein Punkt in Flensburg werden fällig, wenn der Fahrer damit erwischt wird. Der Fahrer wohlgemerkt…

Sonstige Neuregelungen

Deutschland – Schilderwald! Und es wird nicht besser, da mit den Neuerungen neue Schilder hinzukommen. So etwa der grüne Pfeil für Radfahrer oder das Überholverbot von Zweirädern, das besonders an Engstellen Verwendung finden soll. Kommunen können nun Fahrradzonen einrichten, in denen ausschließlich Radfahrer erlaubt sind. Andere Verkehrsteilnehmer? Nur mit Zusatzschild! Außerdem gilt in diesen Zonen eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h.

Inkludiert werden in die upgedatete StVO die immer beliebteren Lastenräder. Jene bekommen nun eigene Park- und Ladeflächen, die mit einem Lastenfahrrad-Symbol gekennzeichnet werden. Außerdem kommen nun speziell gekennzeichnete Carsharing-Parkplätze, die diesen Fahrzeugen ein bevorrechtigtes Parken erlauben. Dafür muss der Parkausweis hinter der Frontschiebe gut sichtbar angebracht sein. Außerdem gilt diese Regelung nur für gewerbliche Anbieter.