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2020 Volvo XC40 PHEV Fahrbericht | Probefahrt | Test

SUVs, SUVs, SUVs – soweit das Auge reicht. Ok, das ist vielleicht übertrieben, aber im täglichen Straßenbild ist diese Fahrzeuggattung fast nicht mehr wegzudenken. Vor allem, was Kompakt-SUVs anbelangt. Das hat auch Volvo festgestellt und den Volvo XC40 PHEV auf die Beine gestellt, schließlich waren die Schweden in diesem Feld bislang nicht vertreten. Wir schauen uns den kompakten Skandinavier mit Plug-In Hybrid-Antrieb genauer an!

Volvo XC40 PHEV Fahrbericht

Volvo XC40 PHEV Fahrbericht

Volvo XC40 Design Check

Nicht wegzudenken sind sie, die SUV. Nicht wegdenken kann man sich an einem Volvo aktuell die Scheinwerfer mit der typischen Thors-Hammer-Grafik. Satt, kräftig und – man hält es heute kaum noch für möglich – mit Eigenständigkeit zeigt sich das Volvo Gesicht. Eingeführt wurde es mit dem XC90 und zieht sich seitdem durch die gesamte Modellpalette. Fehlen darf der große Kühlergrill in Chrom mit dem Volvo-Markenemblem dabei natürlich nicht. Hier ist übrigens – ganz subtil – die Kamera integriert, die beim Einparken hilft.

Thors Hammer!

Thors Hammer!

Auffälliger ist hingegen, wie senkrecht der Grill im Fahrtwind steht und wie hoch die Front aufbaut. Das dient dem Fußgängerschutz und ist – ja genau – ein weiteres, typisches Volvo-Design-Attribut. Chic wirkt die dreidimensional gestaltete Motorhaube mit ihren scharfen Kanten und Sicken. Auch die Seitenansicht ist auffällig: Die aerodynamisch ausgeformten Felgen stechen hier zuerst heraus. Durch ihre geschlossene Form soll der Verbrauch gesenkt und der Innenraum noch ruhiger werden. Ob das gelingt, zeigt der Fahreindruck-Check.

Dass der Volvo XC40 ein Plug-In Hybrid ist, erkennt man wirklich nur, wenn man ganz genau hinsieht. Erkennungsmerkmal ist die kleine Ladeklappe am vorderen Kotflügel. Gut, das E-Kennzeichen ist ein weiterer Hinweis, ansonsten gibt es aber keine Indizien. Der in D-Säule integrierte Schriftzug „Inscription“ steht für die Ausstattungsvariante und hat mit dem Antrieb nichts zu tun.

Am Heck zeigt sich der Volvo XC40 ebenfalls typisch – ohne langweilig dazustehen. Man wird von einem massiven Dachspoiler, typischen, modern interpretierten Volvo-Rückleuchten in L-Form und einer recht großen Heckscheibe empfangen. Das Wischerfeld ist dabei angenehm groß. Gleiches gilt für den selbstbewussten Volvo-Schriftzug darunter. Schade, dass Volvo, trotz PHEV Technologie unter dem Blech, auf Auspuffblenden setzt, anstatt sie einfach wegzulassen.

Weglassen war eine Aufgabe der Ingenieure bei den Abmessungen. Immerhin fing die SUV-Range bei Volvo mit dem XC60 – einem ausgewachsenen Mittelklasse-SUV – an. Der Volvo XC40 ist entsprechend bescheidener und misst 4,43 m in der Länge, 2,03 in der Breite (mit Außenspiegeln) und 1,65 m in der Höhe. Mit einer Bodenfreiheit von 21 cm steht der Schwede außerdem etwas höher da, als die meisten Mitstreiter. Möchte der Volvo etwa ein echter Geländegänger sein?

Volvo XC40 Innenraum Check

Von einem groben Geländegänger ist im schicken, feinen Interieur nichts zu spüren. Der Volvo XC40 wird nicht umsonst zur Premium-Klasse gezählt. Alles wirkt clean und aufgeräumt, edel und lässt sich gut anfassen. Das beginnt natürlich beim Lenkrad, das sich in Höhe und Tiefe verstellen lässt. Außerdem gefällt es mit einer guten Größe und einer überschaubaren Anzahl an Tasten. Einladend empfangen die Passagiere der ersten Reihe obendrein die Sitze, die wirklich sehr bequem sind. Ein großer Einstellbereich kommt begünstigend hinzu.

Der Innenraum ist modern!

Der Innenraum ist modern!

Mittig begegnet den Insassen das hochkant ausgerichtete Infotainment, das man bereits aus der restlichen Volvo-Familie kennt. Es ist auf guter Höhe installiert und dem Fahrer zugewandt. Darunter findet sich eine kleine Einheit mit den nötigsten Tasten, wie etwa dem Warnblink- oder Drive-Mode-Schalter. Hier wählt man zwischen Hybrid, Power – für sportliches Fahren – Pure für ökonomisches Fahren oder Offroad. Zurück zum Infotainment: Super-intuitiv ist es nicht, soll aber in der Handhabung an ein Smartphone erinnern. Schön, dass man für das Fahren auf Apple Car Play und Android Auto wechseln kann. Über die Home-Tasten geht es immer wieder zurück zum Startbildschirm mit den vier wichtigsten Kacheln: Navi, Radio, Telefon und Verbrauch. Außerdem kann man die wichtigsten Fahrzeugfunktionen und Assistenten bedienen, wie etwa die 360-Grad-Kamera, den Tot-Winkel-Warner oder die Schildererkennung.

Ein gutes Gespür hatten die Schweden beim Installieren der Ablagen und Fächer. So finden sich vorn riesige Türtaschen, die allerlei Kram aufnehmen. Praktisch ist darüber hinaus der kleine Tickethalter an der Frontscheibe – simply clever… Nicht ganz auf neuestem Stand ist die Auswahl an Verbindungen im Fach unterhalb des Infotainments. Hier finden sich ein 12-V-Anschluss, ein USB-Anschluss für das Infotainment sowie ein weiterer USB-Anschluss. USB-C gibt es nicht. Dafür aber ein induktives Ladefeld für das Smartphone. In der Mittelkonsole warten zudem zwei Becherhalter auf maximal 0,5-Liter-Flaschen.

Nützlich: Die Mittelarmlehne bietet ein großes Fach und auch das Handschuhfach fällt relativ groß aus. Hier hinterlegt Volvo ein Ledertuch für die Ledersitzreinigung sowie ein Mikrofasertuch gegen Fingerabdrücke auf dem Infotainment. Ein echtes Highlight ist der gläserne Gangwahl-Hebel der Automatik.

Nehmen wir im Fond Platz. Hier erwartet die Passagiere ausreichend Beinfreiheit, die für zwei Personen bereitsteht. Zu dritt wird es hinten aufgrund des breiten Mitteltunnels aber knapp. Außerdem fallen die Sitzauflagen etwas kurz aus. Zum Standard gehören zwei Isofix-Halterungen, optional gibt es außerdem eine dreistufige Sitzheizung sowie einen USB-Anschluss. Angenehm: Die Beine finden unter den Vordersitzen viel Platz, sodass man es sich bequem machen kann. Genügend Kopffreiheit und Fensterheber mit Einklemmschutz gibt es obendrein. Leider fehlen Haltegriff.

Der Kofferraum braucht sich nicht verstecken!

Der Kofferraum braucht sich nicht verstecken!

Was nicht fehlt, ist hingegen eine elektrische Heckklappe. Hinter ihr verbirgt sich ein Kofferraum mit 460 bis maximal 1.336 Litern. Die Zuladung von 478 kg ist hingegen etwas knapp. Die Anhängelast liegt mit 1,8 Tonnen wiederum auf einem guten Niveau.

Volvo XC40 Motoren Check

Wir haben einen Blick hinter die Kofferraumklappe geworden, nun schauen wir unter die Haube, die angenehmerweise mit Haubendämpfern öffnet. Hier verbirgt sich die Twin Engine, wie Volvo den PHEV-Antrieb nennt. Der Vierzylinder Verbrenner schöpft seine Leistung von 132 kW/180 PS aus 1.5 Liter Hubraum und generiert 265 Nm Drehmoment. Im Zusammenspiel mit der E-Maschine nennt Volvo eine Gesamtleistung von 192 kW/262 PS und 425 Nm System-Drehmoment. Damit soll der Volvo XC40 in 7,3 Sekunden auf 100 km/h sprinten und maximal 205 km/h schnell sein.

Die Kraft der Zwei Herzen!

Die Kraft der Zwei Herzen!

Angegeben ist das Kompakt-SUV mit 1,8 Litern Verbrauch. Ist das wirklich realistisch? Und kann sich der Schwede auch im Gelände behaupten, obwohl das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe die Kraft nur an die Vorderräder überträgt? Das klärt der Fahreindruck Check!

Volvo XC40 PHEV Fahreindruck Check

1,8 Liter klingen utopisch – und sie sind es auch. Dennoch kann man den Volvo XC40 mit behutsamem Gasfuß mit 3,6 Litern auf 100 km bewegen. Ist man dynamisch unterwegs, können daraus auch 8,7 Liter werden. Wer die 10,7 kW/h große Batterie häufig lädt und mit hohem Elektroanteil fährt (bis zu 51 km), wird den Verbrauchsvorteil spüren. Vor allem wird man das besonders leise Fahren zu schätzen lernen.

Bis zu 51 km sind rein elektrisch möglich!

Bis zu 51 km sind rein elektrisch möglich!

Überhaupt ist der Schwede beim Fahren ehr komfortorientiert. Die Lenkung ist leichtgängig, lässt aber keine Präzision vermissen. Obendrein ist das Fahrwerk komfortabel, kann aber auch mit flotter Gangart umgehen. Und wer es besonders sicher und zugleich komfortabel mag, lässt die Assistenten – eine ganze Armada – unterstützen. Ein Geländegänger ist der Schwede natürlich nicht. Dafür fehlen ihm Allradantrieb und Sperren. Feldwege machen ihm hingegen nichts aus, solange man keine Wunder von einem Fronttriebler erwartet.

Volvo XC40 Preis Check

Wir haben es im Design Check schon erwähnt: Der Volvo XC40 ist ein Premium-Produkt. Mit dem aufwändigen Antrieb und guter Ausstattung kommen 50.000 Euro schnell zusammen. Gutes Geld für ein Kompakt-SUV. Andererseits bekommt man viel für sein Geld geboten und kauft obendrein etwas Wertbeständiges. Die staatliche Förderung für Hybride mit großer, rein elektrischer Reichweite ist hier noch nicht einkalkuliert. Sprich: Der Volvo XC40 ist kein Schnäppchen, schlägt aber auch nicht über die Stränge.

Volvo XC40 PHEV Test

Volvo XC40 PHEV Test

Volvo XC40 PHEV Zielgruppencheck und Fazit

Was ist nur aus der schwedischen Marke geworden? Beim Namen Volvo denkt man nicht selten an ein typisches „Lehrer-Auto“. Nun, diesen Stereotyp sollte man beiseitelegen. Volvo ist eine stylische Marke, die alte Designmerkmale beibehalten und weiterentwickelt hat. Das Resultat: cooles, skandinavisches Design, das man gern betrachtet und überall passt.

Obendrein haben die Schweden einen guten Antrieb auf die Vier Räder gestellt, der genügend Power bietet, aber auch rein elektrisch fahren kann. So eignet sich der Volvo XC40 sowohl für Pendler, die nur mittels E-Antrieb zur Arbeit fahren wollen, wie auch für eine kleine Familie, da ausreichend Platz vorhanden ist. Auf einen Offroad-Meister sollte man indes nicht hoffen. Aber welcher Mitstreiter kann das schon bieten? Mission Kompaktklasse also gelungen, Volvo!

Volvo XC40 PHEV im R+V24 Drive Check

Volvo XC40 PHEV im R+V24 Drive Check