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MPU-Vorbereitung – Gewappnet für die Begutachtung

Der Entzug des Führerscheins ist ein Schock für jeden Autofahrer. Noch frustrierender ist es, wenn er nur mit positivem MPU-Gutachten wiedererlangt werden kann. Doch keine Panik – Sie sind nicht der Einzige, der ratlos dem MPU-Termin entgegenfiebert. Deswegen bieten zahlreiche Beratungsstellen landesweit MPU-Vorbereitungskurse an, die Sie effektiv auf den Ernst der Stunde vorbereiten. Was Sie sonst noch tun und wissen sollten, erfahren Sie hier!

Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

  1. Die MPU-Vorbereitungskurse werden in zwei verschiedenen Modellen angeboten: Als Einzelberatung und als Gruppenberatung.
  2. Bei einer Einzelberatung kann individuell auf Ihren Fall eingegangen werden – Gruppenberatungen sind dafür günstiger.
  3. Wenn ein Drogenproblem bei Ihnen vermutet wird, müssen Sie eventuell einen Abstinenznachweis zur MPU mitbringen.

Viele Wege führen zum Ziel – Die Maßnahmen zur MPU-Vorbereitung im Überblick

Alles beginnt mit einem Schreiben von der Führerscheinstelle: Sie teilt Ihnen mit, dass Sie Ihren Führerschein nur dann zurückbekommen, wenn Sie ein positives MPU-Gutachten vorlegen können. Ab diesem Punkt liegt die Verantwortung bei Ihnen, einen Termin bei einer MPU-Begutachtungsstelle zu vereinbaren. Bis zu Ihrem Termin sollten Sie noch ausreichend Zeit haben, sich gründlich auf die Untersuchung vorzubereiten – schließlich geht es um Ihre wertvolle Fahrerlaubnis. Eine Wiederholung der MPU ist zwar möglich, nimmt aber zusätzliche Zeit, Kosten und Nerven in Anspruch. Es empfiehlt sich also, von vornherein optimal vorbereitet zur Begutachtung zu erscheinen. Folgende Maßnahmen stehen Ihnen zur Verfügung:

  • Erste Einschätzung: Ein erstes Beratungsgespräch mit einem Verkehrspsychologen kann Ihnen dabei helfen, ein Angebot zu finden, das genau auf Ihren individuellen Untersuchungsgrund zugeschnitten ist. Außerdem können hier aufkommende Fragen und Unklarheiten sofort aus dem Weg geräumt werden.
  • Einzelberatung: Eine längerfristige Einzelberatung hat den großen Vorteil, dass der Verkehrspsychologe auf Ihre individuelle Situation eingehen kann – allerdings müssen Sie, im Vergleich zur Gruppenberatung, auch mit höheren Kosten rechnen. Nach allgemeiner Empfehlung sollte sich eine Einzelberatung über insgesamt zehn Stunden erstrecken. Bei einem üblichen Preis von 100 Euro pro Stunde würden sich die Gesamtkosten auf 1000 Euro belaufen.
  • Gruppenberatung: Mit etwa 500 bis 600 Euro fallen die Kosten für eine Gruppenberatung günstiger aus als die Einzelvariante. Zwar wird der Verkehrspsychologe hier nicht unbedingt auf Ihren persönlichen Fall eingehe, allerdings können Sie eine Gruppe wählen, die sich auf Ihren allgemeinen Untersuchungsgrund fokussiert: Unterschieden wird zwischen Alkohol-, Drogen- oder Punktedelikt.
Tipp: Bei seriösen Anbietern können Sie vor dem eigentlichen MPU-Vorbereitungskurs kostenlose Infoabende besuchen. Bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden, können Sie mehrere dieser Veranstaltungen besuchen und die verschiedenen Leistungen vergleichen.
  • Selbststudium: Im Internet und in der Literatur kursieren viele Ratgeber, die Sie auf die MPU vorbereiten wollen – hier finden sich hilfreiche Tipps, aber auch einige Gerüchte und Unwahrheiten. Verlassen Sie sich am besten nur auf seriöse Vereine, wie den ADAC oder den TÜV, und auf Ihren beratenden Verkehrspsychologen.
  • Selbstreflektion (bei Punkte- oder Drogendelikt): Oft scheitert ein positives MPU-Gutachten am letzten Teil: Der psychologischen Untersuchung. Hier möchte der Psychologe erfahren, inwiefern Sie sich über die Ernsthaftigkeit Ihres Fehlverhaltens bewusst sind und vor allem wie Sie ihm in Zukunft entgegenwirken möchten. Um in diesem Moment überzeugend zu sein, bedarf es also schon im Voraus eine gründliche Selbstreflektion. Den besten Eindruck macht es, wenn Sie langfristige Konsequenzen für sich gezogen haben – zum Beispiel in Form einer Therapie.
Ansporn zur Vorbereitung: Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat ausgewertet, dass über 80% der Betroffenen ihre erste MPU bestehen, wenn sie sich frühzeitig informieren und professionell beraten lassen.
Achtung, schwarze Schafe! Leider gibt es auch unter den Anbietern von MPU-Vorbereitungskursen einige schwarze Schafe, deren primäres Interesse nicht in Ihrem Untersuchungsergebnis, sondern in Ihrem Geld liegt. Folgende Auffälligkeiten sind Indizien für unseriöse Anbieter:
✕ Angeblich hohe Erfolgsquote und Geld-zurück-Garantie
✕ Drängen zum sofortigen Unterzeichnen eines Vertrags
✕ Drängen zum Kauf teurer Arbeitsmaterialien
✕ Keine tatsächliche MPU-Vorbereitung, sondern Verweis auf merkwürdige Alternativen (z. B. Führerschein-Erwerb im Ausland)
✕ Kostenpflichtige 0900- oder 0190-Telefonnummer
✕ Unprofessionelles bzw. mangelhaftes Infomaterial
✕ Mangelnde Aufklärung über die genauen Kosten
✕ Vorsicht bei anderen Berufsbezeichnungen: Psychologischer Berater, Führerscheinberater, MPU-Coach oder Lebensberater (richtig: Verkehrspsychologe)

→ Auf der Website des Bundesverbands Niedergelassener Verkehrspsychologen (BNV) finden Sie eine Liste mit seriösen Ansprechpartnern: www.bnv.de.

Urinprobe oder Haaranalyse – wann Sie einen Abstinenznachweis vorlegen müssen

Wenn Sie sich wegen Drogenkonsums einer MPU unterziehen müssen, wird in manchen Fällen auch ein Abstinenznachweis verlangt. Ob dieser erforderlich ist oder nicht, hängt davon ab, ob ein Drogenproblem bei Ihnen vermutet wird. Für einen Autofahrer, dem beispielsweise drei Promille nachgewiesen werden können, ist der Abstinenznachweis obligatorisch – aber auch bei niedrigeren Werten kann der Verdacht auf eine Abhängigkeit bestehen.

Grundsätzlich gilt: Ein Abstinenznachweis erhöht nicht unbedingt die Chance auf ein positives Gutachten. Wenn jemand zum ersten Mal mit niedrigem Promillewert angehalten wird, kann ein solcher Nachweis auch für kontraproduktive Verwunderung sorgen. Ob ein Abstinenznachweis wirklich notwendig ist, sollten Sie deswegen mit Ihrem Berater besprechen – nicht zuletzt auch, weil die dafür erforderliche Urin- oder Haaranalyse bis zu 180 Euro kosten kann.

Fotocredits: Geber86 / iStockphoto