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MPU-Kosten – Diese Gesamtkosten kommen auf Sie zu

Der Führerscheinentzug gehört zu den Alpträumen eines jeden Autofahrers – besonders derjenigen, die beruflich oder privat auf ihr Fahrzeug angewiesen sind. Aber bei dem Führerscheinentzug hört der Ärger nicht einmal auf: In den meisten Fällen ruft noch die berüchtigte MPU – und die ist mit nicht unerheblichen Kosten verbunden. Wie viel genau müssen Sie bezahlen? Hier erfahren Sie es!

Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

  1. Die Gesamtkosten einer MPU hängen von mehreren Faktoren ab – darunter der Begutachtungsstelle, dem Untersuchungsgrund und dem Vorbereitungskurs.
  2. Die Gebühren für die reine Untersuchung werden mittlerweile von den Begutachtungsstellen selbst festgelegt.
  3. Bei einem Drogendelikt wird in manchen Fällen ein Abstinenznachweis verlangt – die Gebühr dafür hängt von der Analysemethode und der Drogenart ab.

Von Kurs bis MPU – woraus ergeben sich die Gesamtkosten

Die Gesamtkosten sind nicht allgemeingültig benennbar, da sie von individuellen Faktoren abhängen. Angesichts der durchschnittlichen Kosten einzelner Teilbereiche können Sie aber problemlos im Voraus abschätzen oder planen, welche Kosten auf Sie zukommen werden. Entscheidend für die Gesamtkosten sind:

  • Art, Dauer und Anbieter des Vorbereitungskurses: Ein Vorbereitungskurs gilt allgemein als unerlässlich, um die MPU zu bestehen – die Vorbereitungskosten müssen bei der Einschätzung der Gesamtkosten deshalb miteinbezogen werden. Diese hängen in erster Linie davon ab, ob es sich um eine Einzel- oder Gruppenberatung handelt. Die Preise variieren von Anbieter zu Anbieter und hängen selbstverständlich auch von der Anzahl der Sitzungen ab.
Einzelberatung etwa 1000 Euro (100 Euro pro Stunde)
Gruppenberatung etwa 500 bis 600 Euro

 

  • Abstinenznachweis: Ein Abstinenznachweis wird dann gefordert, wenn ein Drogendelikt der Grund für die Untersuchung ist und eine Abhängigkeit vermutet wird – dieser Nachweis ist kostenpflichtig. Auch hier variieren die Kosten je nach Arzt, Labor oder MPI. Außerdem werden für unterschiedliche Analysemethoden und Drogenarten verschiedene Gebühren erhoben.

 

Haaranalyse – Alkohol etwa 150 Euro
Urinanalyse – Alkohol etwa 25 bis 115 Euro
Haaranalyse – andere Drogen etwa 180 Euro

 

    • Begutachtungsstelle: Bis Juli 2018 gab es einheitliche Gebühren für die MPU, die von der GebOST (Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr) für ganz Deutschland festgelegt wurden. Seit August 2018 ist es den Begutachtungsstellen überlassen, welche Gebühren sie für das Gutachten erheben – vor der MPU sollten Sie sich also über die Preise der Begutachtungsstellen informieren. Im Schnitt müssen Betroffene mit etwa 450 Euro rechnen.

 

  • Untersuchungsgrund: Ihr Untersuchungsgrund spielt eine Rolle dabei, welche Kosten für Sie anfallen. Für Menschen, die sich aufgrund einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung zwangsläufig einer MPU unterziehen müssen, fällt eine niedrigere Gebühr an als für verkehrsauffällige Autofahrer. Auch wenn sich die aktuellen Gebühren aufgrund der besagten Neuregelung erhöht haben dürften, können Ihnen die alten Richtwerte noch als Orientierung dienen. Achtung: Es handelt sich hierbei um Netto-Preise – eine Drogen-MPU beläuft sich mit Mehrwertsteuer beispielsweise auf 402,22 Euro.

 

Alkohol 338 Euro
Andere Drogen 338 Euro
– inklusive Drogenscreening 466 Euro
Punkte 292 Euro
Körperliche oder geistige Beeinträchtigungen 204 Euro
Neurologisch-psychiatrische Beeinträchtigungen 289 Euro

 

Beispielrechnung: So hoch könnten die Gesamtkosten ausfallen

Alkohol am Steuer ist bei weitem der häufigste Grund für eine MPU – falls Sie betroffen sind, können Sie sich direkt an folgender Kostenschätzung orientieren:

10 Stunden (empfohlen) professionelle Einzelberatung 1000 Euro
Abstinenznachweis (Haaranalyse – Alkohol) 150 Euro
Kosten für die MPU 450 Euro
Gesamtkosten 1600 Euro

Sparfüchse aufgepasst: Um die Gesamtkosten so niedrig wie möglich zu halten, empfiehlt es sich, im Voraus alle Anbieter zu vergleichen. Erfragen Sie die Gebühren verschiedener Begutachtungsstellen, Labore und Vorbereitungskurse seriöser Anbieter. Besprechen Sie in einer einmaligen Erstberatung mit einem Verkehrspsychologen, ob ein Abstinenznachweis in Ihrem Fall tatsächlich notwendig ist und ob eine Gruppenberatung eventuell für Sie ausreicht. Bedenken Sie aber: Am meisten sparen Sie, wenn Sie ein positives Gutachten erhalten – ansonsten muss die MPU noch einmal bezahlt werden. Eine günstige, aber ungenügende Vorbereitung lohnt sich also nicht.

Fotocredits: Doucefleur / iStockphoto