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2020 Skoda Kamiq G-Tec Fahrbericht | Test | Review

Kann sich noch jemand an die Szene aus Stromberg erinnern? „Ein Hund im Büro?!? EIN HUND IM BÜRO?!?!? Wo gibt´s denn sowas?“ Ähnliche Szenen beim Skoda Kamiq G-Tec: „Ein SUV mit Erdgasantrieb? EIN SUV MIT ERGASANTRIEB? Wo gibt´s denn sowas?“ Ganz einfach: Bei Skoda! Okay, fairerweise sollte man den Seat Arona im selben Atemzug nennen. Ansonsten wird es aber eng. Dabei kann ein Erdgasantrieb eine durchaus vernünftige Alternative zur Elektromobilität sein. Wir nehmen den Skoda Kamiq G-Tec und seinen Alltagsnutzen genau unter die Lupe.

Skoda Kamiq G-TEC Fahrbericht

Skoda Kamiq G-TEC Fahrbericht

Design Check

Skoda Kamiq! Kamiq? Was heißt das eigentlich? Der Name stammt, wie aktuelle alle Namen der Skoda SUVs, aus der Sprache der Inuit. Übersetzt soll Kamiq in etwa für „etwas, das perfekt passt“ stehen. Und passt der Skoda Kamiq perfekt? Das muss natürlich jeder selbst entscheiden und mit seinen Anforderungen ausmachen. Mit seinen Abmessungen von 4,24 m in der Länge, knapp 1,80 m Breite ohne Außenspiegel und einer Höhe von 1,53 m liegt er jedenfalls auf Augenhöhe mit seinen Mitstreitern Mazda CX-3, Volkwagen T-Roc und T-Cross oder Seat Arona.

Wie man es vom alten Skoda Yeti ein wenig kennt, ist das Gesicht des Skoda Kamiq mehrteilig aufgebaut. Ganz oben sitzen die „Augenbrauen“, die die Funktion des Tagfahrlichts und des dynamischen Blinkers übernehmen. Darunter warten die Augen, die LED-Frontscheinwerfer, mit dynamischem Kurvenlicht. Das ergibt unter dem Strich spannende Gesichtszüge.

Wählt man das Titanblau-Metallic, in dem der Testwagen vorfuhr, bekommt man ein kleines SUV, das wirklich frisch und modern wirkt. Noch etwas sportlicher würde der Tscheche mit 18-Zoll-Felgen aussehen. Doch als G-Tec muss man darauf verzichten und kann maximal auf 17-Zoll-Felgen aufrüsten, wie sie der Testwagen trug. Reicht aber unter dem Strich auch und verbessert den Federungskomfort.

Am Heck erwarten den Betrachter LED-Rückleuchten, die horizontal angeordnet sind und sich bis in die Fahrzeugflanken ziehen. Sie rahmen außerdem den Skoda-Schriftzug ein, der das bisherige Logo ersetzt. Heutzutage typisch: Ein kesser Dachspoiler für den dynamischen Abschluss. Ob der Skoda Kamiq G-Tec wirklich ein Dynamiker ist, zeigen der Motoren- und Fahreindruck-Check.

Skoda Kamiq Innenraum Check

Schauen wir aber zunächst in den Innenraum des Skoda Kamiq. Dank des Panorama-Glasdachs dringt viel Licht in das Interieur. Das ist gerade in Verbindung mit dem dunklen Dachhimmel ein zu empfehlendes Extra.

Der Innenraum im G-TEC ist auch anders, vor allem der Tacho!

Der Innenraum im G-TEC ist auch anders, vor allem der Tacho!

Einmal auf den Vordersitze Platz genommen, kann man es sich bequem machen. Das Gestühl sieht dabei sportlicher aus, als es eigentlich ist. So bietet es zwar einen angenehmen Halt, zwickt aber keineswegs. Aufgrund der integrierten Kopfstützen entsteht allerdings ein sehr sportlicher Eindruck. Schön: Die Einstellung erfolgt vollelektrisch und umfasst eine Lendenwirbelstütze. Optional, versteht sich.

Lässt man den Blick schweifen, fallen zunächst die klassischen Rundinstrumente ins Auge. Sie lassen sich problemlos ablesen und werden um ein Info-Display ergänzt. Das Lenkrad liegt gut in der Hand und kann dank der axialen und vertikalen Verstellung gut eingestellt werden. Ob man unten abgeflachte Lenkräder mag, muss man ausprobieren. Optisch ist es hingegen ziemlich chic! Darüber hinaus bietet es Multifunktionstasten auf den Lenkradspeichen: Auf der linken Speiche befinden sich die Elemente für die Audio- und Sprachbedienung, rechts für die Assistenzsysteme und den Bordcomputer.

Blicken wir auf die Ablagen im Skoda Kamiq G-Tec. Eine überraschend große Auswahl gibt es nicht, Grund zum Klagen aber auch nicht. So stehen die Türtaschen bereit, die es locker mit 1,0-Liter-Flaschen aufnehmen. Hier ist auch der Simply-Clever-Mülleimer zu finden. Dazu gibt es ein großes Handschuhfach, ein wenig Stauraum unter der verstellbaren Mittelarmlehne und zwei Becherhalter davor.

Unterhalb der etwas tief angebrachten Zwei-Zonen-Klimaautomatik liegt ein weiteres Fach, das man am besten mit dem Infotainment zusammen nutzt. Schließlich lädt das Smartphone hier induktiv und kann Apple CarPlay und Android Auto kabellos auf das Infotainment-Display spiegeln. Zusätzlich stehen zwei USB-Ports bereit.

Das Infotainment selbst ist ein alter Bekannter und lässt sich gut bedienen. So gibt es zunächst Direkttasten zur Vorwahl der entsprechenden Funktion, während man den Rest in Untermenüs per Touch erledigt. Optimal: Es gibt noch zwei Drehregler für die Lautstärke oder beispielsweise das Zoom beim Navigieren. Einziger Kritikpunkt: Das Bild der Rückfahrkamera könnte schärfer sein.

Da wir schon im rückwärtigen Bereich des Skoda Kamiq angekommen sind, nehmen wir doch gleich auf der Rückbank Platz. Beim Öffnen der Tür fährt zunächst der Türkantenschutz aus und schützt das eigene Blech, wie auch auf Kollisionskurs befindliche Fahrzeuge, Poller oder sonstiges – simply clever eben. Platzgenommen, fällt auf, dass die beiden äußeren Sitze etwas ausgeformt sind und damit den Komfort steigern. Der Raum reicht für zwei Erwachsene angenehm aus, zu dritt wird es jedoch ungemütlich. Kopffreiheit ist darüber hinaus genügend vorhanden. Eltern und Großeltern werden die Isofix-Kindersitzhalterungen auf den äußeren Rücksitzen zu schätzen wissen, die natürlich Standard sind und über einen Top-Tether verfügen. Standesgemäß bieten die Fensterheber natürlich einen Einklemmschutz. Allerdings fehlt ein wenig Luxus: Es gibt Lüftungsdüsen, das war´s. Keine USB-Ladebuchsen, keine getrennte Klimazone, einfach nur eine gute Raumökonomie und den Blick aus dem optionalen Panorama-Glasdach. Wenigstens eine Mittelarmlehne wäre schön gewesen…

Bescheiden muss man sich auch beim Kofferraum: Beim G-Tec fällt das Ladeabteil recht klein aus, da unter dem Ladeboden die Gastanks untergebracht sind. So stehen bei voller Bestuhlung 278 Liter bereit, die auf maximal 1.273 Liter bei umgeklappten Rücksitzen erweitert werden können. Die Benziner und der Diesel bieten 400 bis 1.395 Liter – ein echter Unterschied. Immerhin ist die Ladekante mit 69 cm angenehm niedrig. Und es gibt weitere Simply-Clever-Lösungen, wie etwa Taschenhaken im Kofferraum.

Skoda Kamiq G-Tec Motoren Check

Schauen wir doch gleich mal, ob es auch unter der Motorhaube clever weitergeht. Grundsätzlich stehen für den Skoda Kamiq ein 1.0 Liter sowie ein 1.5 Liter Benziner und ein 1.6 Liter Diesel bereit. Der G-Tec baut auf dem Dreizylinder-Reihen-Ottomotor auf und verfügt über ein Start-Stopp-System und Multipoint-Einspritzung. Sprich: jeder Zylinder besitzt ein eigenes Einspritzventil zur genauen Kraftstoffeinspritzung.

Unter die Motorhaube vom Skoda Kamiq G-TEC kommt nur eine Motorisierung!

Unter die Motorhaube vom Skoda Kamiq G-TEC kommt nur eine Motorisierung!

Das Output sind 66 kW/90 PS aus einem Mini-Hubraum von gerade einmal 999 ccm. Entsprechend ist das Drehmoment von 160 Nm, das bei 1.800 bis 3.800 U/min anliegt, recht gering, sodass man häufig zum Schaltknauf greifen muss. Jener steuert sechs Gänge an – und damit einen mehr, als beim Benzin-betriebenen 1.0 Liter Dreizylinder. Die Kraft wird an die Vorderräder geleitet. Einen Allradantrieb gibt es im Skoda Kamiq nicht.

Der bivalente Antrieb des Skoda Kamiq G-Tec läuft in der in der Regel mit CNG, also Erdgas. Das Gesamttankvolumen liegt bei 14,2 kg und wird vom 9l-Benzintank für den Notfall ergänzt. Skoda gibt an, dass das SUV im Schnitt 3,5 kg Erdgas auf 100 km verbrauchen soll, wodurch sich eine Reichweite von über 400 km ergibt. Der Reservetank erweitert die Range.

Keine Angst vorm CNG-Tanken - Erdgas tanken ist ein Kinderspiel!

Keine Angst vorm CNG-Tanken – Erdgas tanken ist ein Kinderspiel!

Beim Erdgastanken muss man sich übrigens keine Sorgen machen: Der Tankprozess und das Speichern im Tank ist sicher, das Tankstellennetz mit 900 CNG-Tankstellen in Deutschland ausreichend groß. Ob man sich mit den Fahrleistungen arrangieren kann, ist eine andere Frage. 12,5 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h und 176 km/h Höchstgeschwindigkeit sind kein Ruhmesblatt, aber für den Alltag allemal ausreichend.

Skoda Kamiq G-Tec Fahreindruck Check

Wir haben uns das äußere Erscheinungsbild des Skoda Kamiq G-Tec angesehen und kamen zu dem Schluss: Dieser Tscheche wirkt dynamisch. Und auch im Innenraum deuten Elemente, wie die sportlichen Sitze darauf hin, dass der Skoda Kamiq sportliche Talente hat. Dabei fährt er mit klassischen Komponenten, wie McPherson Federbeinen an der Vorderachse, einer Verbundlenker-Hinterachse und einer elektromechanische Zahnstangenlenkung vor. Die Abstimmung erfolgte aber rundum kommod und komfortabel.

Der Skoda Kamiq ist ein gutes Fahrzeug, mit dem CNG Antrieb wird er noch besser!

Der Skoda Kamiq ist ein gutes Fahrzeug, mit dem CNG Antrieb wird er noch besser!

Klar, für sportliches Fahren muss man die leichtgängige Sechsgang-Handschaltung oft bemühen. Wer es aber entspannt angeht, wird sich über die komfortabel abreitende Federung, die leichtgängige Lenkung und den angenehmen Geräuschkomfort freuen. Im Fall des Falles überzeugen die Bremsen mit einem guten Ansprechverhalten.

Skoda Kamiq Preis Check

Die Preise für den Skoda Kamiq liegen tatsächlich noch in dem Rahmen, in dem viele Skoda als Marke sehen: günstig. Für den Einstieg sind 23.000 Euro zu berappen – das ist fair, zumal es günstigere Sondermodelle oder Reimporte gibt. Mit zahlreichen Optionen lässt sich dieser Preis aber natürlich toppen. Dabei fällt auf, dass die Serienausstattung des gefahrenen Skoda Kamiq „Style“ grundsätzlich gut ist. Wer den adaptiven Abstandstempomaten, das Dynamik- und Komfortpaket, das Panorama-Glasdach, die Rückfahrkamera und den Spurwechselassistent hinzuwählt, kommt aber schnell auf über 30.000 Euro. Der Testwagen lag bei 32.589 Euro. Und das ist angesichts des Sparpotenzials von CNG und des rundum erwachsenen Auftritts ein Preis, der in Ordnung geht.

Den Aufpreis kann man wieder einfahren - Leider gibt es keine Förderung!

Den Aufpreis kann man wieder einfahren – Leider gibt es keine Förderung!

Skoda Kamiq Zielgruppencheck und Fazit

Erdgas? Ganz klar: ja! Wenn…? Wenn man nicht unbedingt viele Langstrecken fährt. Die Reichweite ist etwas eingeschränkt und liegt bei reinem CNG-Betrieb eher bei 330, als bei 400 km. Wer aber einen komfortablen Alltagsbegleiter sucht, der Platz für vier hat und das Pendeln zur Arbeit dank des Antriebs günstig macht, der ist beim Skoda Kamiq CNG richtig. Einen riesengroßen Kofferraum darf man nur leider nicht erwarten.

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