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MPU-Fragen – Diese Fragen werden gestellt

Die psychologische Untersuchung ist für viele Betroffene der ärgerliche Knackpunkt der MPU. Schon zwei, drei Antworten, die nicht ganz dem Ideal entsprechen, können zu einem negativen Gutachten führen. Um das zu verhindern, ist es ratsam, schon im Vorfeld die möglichen Fragen durchzugehen und sich ehrliche, überzeugende Antworten zu überlegen. Dieser Artikel kann Ihnen bei Ihrer MPU als Hilfestellung dienen – legen Sie am besten gleich los!

Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

  1. Im letzten Teil, der psychologischen Untersuchung, werden Ihnen von einem Verkehrspsychologen entscheidende persönliche Fragen gestellt.
  2. Die Fragen beleuchten sowohl Ihre Vorgeschichte als auch Ihre Vorsätze für die Zukunft bezüglich Ihrer Verkehrsauffälligkeit.
  3. Das psychologische Gespräch übt sich maßgeblich auf Ihr Gutachten aus – vor dem Termin sollte daher eine ausgiebige Selbstreflektion stehen.

Fragen in der MPU – was möchte der Psychologe von mir wissen?

Das mündliche Gespräch mit dem Verkehrspsychologen ist der einzige Maßstab, an dem die Prüfer messen können, ob Sie – im Fall eines Drogen- oder Punktedelikts – auch in Zukunft eine Gefahr für den Straßenverkehr darstellen oder Ihr Verhalten ändern werden. Gut vorbereitete Antworten und ein souveränes Auftreten sind deswegen das A und O, um Ihrem Führerschein ein Stückchen näherzukommen.
Das Interesse des Verkehrspsychologen liegt im Großen und Ganzen in zwei Kernaspekten: Einerseits dem Maß an Reue über das begangene Delikt, andererseits den selbstgezogenen Konsequenzen für die Zukunft. In Fragenform ausgedrückt lauten diese Punkte folgendermaßen:

  • Sind Sie sich darüber bewusst, dass Ihr Verhalten unverantwortlich war und sehen Sie ein, dass Ihnen der Führerschein entzogen werden musste?
  • Haben Sie konkrete Konsequenzen aus Ihrem Fehlverhalten gezogen, die einem weiteren Delikt in der Zukunft direkt entgegenwirkt – und wenn ja, welche?

Aber Vorsicht: Das bedeutet nicht, dass Sie vor dem Verkehrspsychologen den perfekten Menschen spielen sollen. Ehrlichkeit ist das oberste Gebot, um einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Denn: Die geübten Fachleute sehen alltäglich Autofahrer ein- und ausgehen, die nach ihrem Führerschein lechzen und dafür alle Register ziehen. Sie durchschauen die Antwortstrategien der Befragten und können schnell zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden.

Wenn Sie durch den Führerscheinentzug beispielsweise tatsächlich eine Abhängigkeit oder ein Aggressionsproblem bei sich erkannt haben und entsprechende Konsequenzen gezogen haben, ist das etwas Positives, das Sie schamlos erzählen können und sollten. Das bedeutet nämlich, dass der Führerscheinentzug langfristig etwas bei Ihnen ausgelöst hat – und das gehört maßgeblich zum Sinn der Sache. Idealerweise haben Sie, zum Beispiel in Form einer Psychotherapie, professionelle Hilfe in Anspruch genommen. Dadurch gewinnt der Prüfer den Eindruck, dass Sie auch nach Wiedererhalt des Führerscheins weiter an sich arbeiten werden.

Beispielfragen bei Drogen- oder Punktedelikt: Diese Fragen könnten in der MPU aufkommen

  • Seit wann haben Sie den Führerschein?
  • Wie viele Kilometer sind bereits gefahren?
  • Wie ist es zu Ihrem Delikt gekommen?
  • Inwiefern hat sich Ihr Leben seit dem Vorfall verändert?
Achtung Fangfrage
Allgemeine Fragen zu Ihrer Geschichte als Autofahrer können nicht unbedingt überprüft werden – wichtiger als eine adäquate Antwort ist hier, dass Sie spontan eine Antwort geben können, um Ihre Vorbereitung zu untermauern.
  • Wie schätzen Sie Ihre momentane Lebenssituation ein?
  • Was bedeutet der Führerschein für Sie?
  • Wie haben Sie auf die ersten Bußgelder reagiert?
Diskretion wahren
Wenn Ihre Lebenssituation zum MPU-Zeitpunkt nicht rosig aussieht, sollten Sie bei der Frage danach nicht zu sehr ins Detail zu gehen – schwierige Lebensumstände sprechen für einen Rückfall.
  • Wann haben Sie die ersten Drogen konsumiert?
  • Wie sieht Ihre Deliktvorgeschichte aus?
  • Wie viel Alkohol trinken Sie am Tag?
  • Wie wollen Sie den Vorfall in Zukunft vermeiden?
Lügen lohnt sich nicht
Dem Verkehrspsychologen liegt Ihre Deliktvorgeschichte vor.

 

Tipp: Nervosität und Zögerlichkeit sind Anzeichen dafür, dass Sie etwas zu verbergen haben. Unruhe und Reizbarkeit geben zu erkennen, dass Sie psychisch unausgeglichen sind. Versuchen Sie daher möglichst selbstsicher, entspannt und natürlich aufzutreten. Sehen Sie das Gespräch nicht als Prüfung, sondern als Chance, sich in einem besseren Licht zu zeigen.

Fotocredits: Tutye / iStockphoto