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Umweltprämie! Wie man beim Elektroauto kaufen spart!

Erst kamen die Baby-Boomer, dann die Generation X und nun? Kommen jetzt die E-Boomer? Aktuell scheint der Automobilmarkt eine solche Elektro-Bugwelle zu haben, dass selbst die Bundesregierung auf den Elektro-Zug aufspringt und Stromer bezuschusst – und das nicht zu knapp. Wie wollen etwas genauer hinsehen und nehmen die Umweltprämie, KFZ-Steuern und den Antragwust der Umweltprämie etwas genauer unter die Lupe! E-Check! Wie spart man beim Elektroauto kaufen?

Wie hoch ist die aktuelle Umweltprämie? Und gibt es Änderungen ab 2021?

Der Staat hat die Umweltprämie verdoppelt – eine gute Nachricht! Die Schlechte gleich hinterher: Die Erhöhung ist begrenzt bis Ende 2021. Der Effekt der Erhöhung ist aber, dass Elektroautos konkurrenzfähig werden, was ihre Preise anbelangt. Und das hilft auch der deutschen Autoindustrie, die aktuell rund 20 reine Stromer anbieten kann.

Fakt ist auch, dass die Autoindustrie in Deutschland nicht erst seit Corona angeschlagen ist. Während der Unternehmenswert von Tesla in die Höhe geschnellt ist, die unerreichbar erscheinte, kämpften die hiesigen Hersteller erst mit der Bewältigung der Dieselkrise und verschliefen im Anschluss daran die Einhaltung von immer strenger werdenden Abgasnormen. Alternative Antriebe kamen dadurch erst spät auf den Markt. Die Umweltprämie soll nun einen Anreiz schaffen, diese alternativen Antriebe, wie Plug-In-Hybride oder gänzlich von einem Elektromotor angetriebene Fahrzeuge, den Vorzug zu geben. Zumindest sollen sie aber auf Augenhöhe mit klassischen Verbrennern wahrgenommen werden.

Wie bekommt man die Umweltprämie?

Wie bekommt man die Umweltprämie?

Aktuell ergeben sich maximal 9.000 Euro Zuschuss für den Kauf eines Elektroautos. Sie setzen sich aus 6.000 Euro Umweltprämie vom Staat und 3.000 Euro vom Hersteller zusammen. Der Nettolistenpreis des Fahrzeugs darf allerdings nicht über 40.000 Euro liegen – zumindest, wenn man die volle Prämie mitnehmen möchte. Ist das Fahrzeug teurer, bekommt man vom Staat 5.000 Euro und 2.500 Euro vom Hersteller. Man kann sogar noch mehr sparen – dazu etwas weiter unten mehr!

Förderfähig sind allerdings nicht nur reine Stromer, sondern auch Plug-In-Hybride, die sogenannten PHEVs. Liegt ihr Nettolistenpreis bei maximal 40.000 Euro, kann man 4.500 Euro von der Bundesregierung und 2.250 Euro vom Hersteller erhalten. Und dieses Argument scheint zu wirken, denn allein im ersten Halbjahr 2020 wurden über 94.000 PHEVs in Deutschland verkauft!

Gibt es Änderungen bei der KFZ Steuer von E-Autos?

Natürlich kann man noch warten bis DAS heiß ersehnte Lieblingsmodell im nächsten Jahr auf den Markt kommt. Dann verpasst man aber die im Zuge der Corona-Krise gesenkte Mehrwertsteuer von 19 auf 16% – ein echtes Argument, seinen Stromer oder PHEV noch in diesem Jahr zu kaufen.

Ein wichtiges Argument, das ebenfalls zur Entlastung der Haushaltskasse führt, ist die KFZ-Steuer. Fahrzeuge mit einer Erstzulassung vor dem 17. Mai 2011 waren fünf Jahre steuerbefreit – das tut im Hier und Jetzt allerdings nichts mehr zur Sache. Viel wichtiger sind die Fahrzeuge, die zwischen dem 18. Mai 2011 und dem 31.12.2020 zugelassen werden: sie profitieren von zehn steuerfreien Jahren – und das rechnet sich, wenn man etwa 75 Euro KFZ-Steuer pro Jahr hochrechnet. Doch was passiert nach dem Jahresende? Ganz ruhig: Die Bundesregierung hat jüngst beschlossen die lokal alternativen Antriebe, die zwischen 2020 und 2025 zugelassen werden, auch weiterhin von der KFZ Steuer zu befreien.

Wie hoch ist die aktuelle Umweltprämie?

Wie hoch ist die aktuelle Umweltprämie?

Lohnt sich der Wechsel auf ein E-Auto ab 2021 noch mehr?

Allein aus dem Grund der aktuell gesenkten Mehrwertsteuer müsste man eigentlich behaupten, dass man einen Stromer oder Plug-In-Hybriden lieber jetzt als gleich kaufen sollte. Ist der Autokauf in diesem Jahr aber noch nicht drin, sollte man den erhöhten Umweltbonus mitnehmen, der nur noch bis Ende 2021 erhältlich ist.

Andererseits wurden bereits weitere Anreize, über 2021 hinaus, beschlossen. So bleibt die Umweltprämie – wenn auch nicht in doppelter Höhe – bis 2025 bestehen. Sprich: Man bekommt einen reduzierten Satz von 3.000 Euro vom Bund und 3.000 Euro vom Hersteller für einen reinen Stromer unter 40.000 Euro Nettolistenpreis.

Elektroauto kaufen und Geld sparen?

Elektroauto kaufen und Geld sparen?

Was die Zukunft darüber hinaus bringt, ist natürlich der Versuch, in einer Kristallkugel zu lesen. Dennoch sollten durch Wettbewerb, steigende Begeisterung, größere Modellvielfalt, Skaleneffekte und vor allem eine sich weiterentwickelnde Technologie günstigere Preise für Stromer und Konsorten zu erwarten sein. Das mag vielleicht noch nicht auf das Jahr 2021 oder 2022 zutreffen, sollte aber ein Trend werden, der sich längerfristig abzeichnet.

Hinzu kommt ein günstigerer Unterhalt dieser Fahrzeuge. Wie das? Zum einen bekommt man über eine zu Hause installierte Wallbox günstigere Strom- als Spritpreise. Darüber hinaus ist die Wartung günstiger, da kaum Verschleißteile anfallen. Ölwechsel entfallen sowieso!

Wie bekommt man die Umweltprämie?

Zunächst muss man die Regularien beachten – ganz klar. Förderfähig sind Stromer, PHEVs und Brennstoffzellenfahrzeuge. Wichtig: Der Nettolistenpreis darf nicht über 60.000 Euro liegen. Ganz von allein bekommt man die staatliche Förderung natürlich nicht, sie muss beantragt werden. Und solch ein Antrag kann schon mal dem aus Asterix und Obelix bekannten Passierschein A38 ähneln. Oder? Nicht ganz: Das Formular ist – ganz modern – online auszufüllen.

Darüber hinaus benötigt man den Kauf- oder Leasingvertrag. Sind die Unterlagen komplett, sollte mit zwei/drei Wochen Bearbeitungszeit ein Zuwendungsbescheid ins Haus flattern. Dieser entspricht aber noch nicht der Auszahlung, sondern lediglich der Zusage, dass Fördermittel bewillig werden. Für die Überweisung bedarf es eines weiteren Online-Formulars – dem Passierschein A38. Nein, Unfug, Quatsch, Nonsens! Man braucht einen Verwendungsnachweis. Dieser möchte erneut ausgefüllt und unterschrieben werden. Anschließend wird jener zusammen mit Kopien der Rechnung des Fahrzeugs und der Zulassungsbescheinigung I und II an das BAFA, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle geschickt. Danach sollte, natürlich mit ein paar Wochen Wartezeit – gut Ding will schließlich Weile haben – und korrekter Dokumentenlage, einer Auszahlung nichts mehr im Wege stehen.

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