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2020 Kia XCeed Fahrbericht | Test | Review

Sie sind von unseren Straßen nicht mehr wegzudenken: Wir sprechen natürlich von der Fahrzeuggattung der SUV. Und da sich die koreanische Marke Kia ohnehin schnell an die Markterfordernisse anpasst – man betrachte allein den Wandel in den letzten 20 Jahren hin zu mehr als nur konkurrenzfähigen Fahrzeugen – bietet das Portfolio mittlerweile mehrere SUV. So auch den Kia XCeed, einen sportlichen Vertreter der Kompakt-SUV-Zunft. Schauen wir uns den Koreaner doch einmal genauer an.

2020 Kia XCeed Fahrbericht

2020 Kia XCeed Fahrbericht

Kia XCeed Design Check

Man könnte jetzt, wie bereits in der Einleitung angeklungen, damit anfangen, wie Kia in Europa begann. Welchen Ruf die Fahrzeuge genossen und wie die Langzeitqualität ausfiel. Nö, das machen wir an dieser Stelle aber nicht. Wir erfreuen uns lieber am frischen Look des Kia XCeed, der – wie es der Name schon verrät – auf dem Kia Ceed basiert. An der Nase erkennt man das gut: Die Gesichtszüge, allen voran die LED-Scheinwerfer und der Kia-typische Kühlergrill lassen die Zugehörigkeit zur Ceed-Familie erkennen. Beim Testwagen waren „einfache“ LED-Scheinwerfer, ohne automatische Höheneinstellung oder Scheinwerfer-Reinigungs-Anlage installiert. Dafür gibt es zusätzliche Nebelscheinwerfer, die on top als Abbiegelicht fungieren.

Was wirklich erstaunt – und da kann sich manch Hersteller eine Scheibe abschneiden – sind die schmalen Spaltmaße der Karosserie. Außerdem fügten die Designer eine gute Portion an SUV-typischen Elementen hinzu, die den Kia Xceed kernig, aber trotzdem noch elegant erscheinen lassen. Dazu zählen natürlich der gern herangezogene Unterfahrschutz vorn wie hinten – natürlich nur als Zierelement – wie eine dezente Kunststoff-Beplankung rundum. Zudem ist der XCeed etwas höhergelegt. Gegenüber dem klassischen Ceed sind es 37 mm. So wirken die 18-Zoll-Felgen in den Radkästen fast schon zierlich.

Am Heck fallen zunächst die schmalen Rückleuchten auf, die aus einer Symbiose von LED und normalen Leuchtmitteln bestehen. Schmal und flach fällt überdies die Heckscheibe aus, die die Rückfahrkamera zur Pflicht macht. Schließlich möchte man sich das 4,39m lange SUV nicht an einem Poller verschrammen. Die erhöhte Bodenfreiheit kommt dem Einstiegskomfort zugute und lässt den Kia XCeed auf insgesamt 1,50m Höhe wachsen. Mit 2,02m Breite ist das SUV schließlich einen Hauch zu breit für die Linke Spur einer Autobahnbaustelle. Was uns, abschließend, an der Heckbetrachtung besonders gut gefällt, ist die Integration der beiden Endrohre in die Heckschürze – auch das machen andere Hersteller nicht unbedingt besser.

Kia XCeed Innenraum Check

2020 Kia XCeed Innenraum

2020 Kia XCeed Innenraum

Eine Wohltat: Nach dem Einsteigen ergreift man ein rundes Lenkrad. Keine Abflachung unten, nur ein rundes, hübsches Leder-Lenkrad mit Griffmulden für die Daumen. Es ist ein wenig mit Tasten beladen, wirkt jedoch nicht überfrachtet. Dahinter verbirgt sich ein 12,3 Zoll großes digitales Display, das die Instrumente darstellt und mit seinen schönen Grafiken gefällt. Mittig gestellt sich ein 10,25-Zoll-Infotainment hinzu, das wirklich leicht bedienbar ist. Man wählt mit einer echten Taste – ganz recht, eine Taste! – eine Funktion vor und toucht dann durch die Menüs. Eine optimale Kombination aus Usability und modernem Infotainment, das gefällt uns. Darüber hinaus mögen wir die Möglichkeit Apple CarPlay und Android Auto zu nutzen.

Etwas Kritik gibt es an den Platzverhältnissen zu versteilen. Vorn ist alles bestens, hier fühlen sich auch Großgewachsene wohl. Dazu sind die Sitze bequem, wenn auch nicht mit überbordendem Seitenhalt gesegnet. Knapp wird es allerdings in der zweiten Sitzreihe, besonders was die Beinfreiheit anbelangt. Bis 1,75m Körpergröße sitzt man hier gut, darüber wird´s eng. Immerhin gibt es hinten elektrische Fensterheber mit Einklemmschutz, eine gute Deckenbeleuchtung sowie eine Sitzheizung für die äußeren Rücksitze. Komfortabel wird s durch die Mittelarmlehne. Als ordentlich kann man aber den Laderaum bezeichnen: Bei aufgestellter Rücksitzlehne stehen 426 Liter bereit, legt man sie um, werden 1.378 Liter daraus.

Überhaupt mangelt es im Kia XCeed nicht an Ablegen. So gibt es ein Brillenfach, eine induktive Ladeschale für das Smartphone, Türtaschen mit einer guten Größe, Cupholder vor der Mittelarmlehne sowie ein Fach drunter. Zu guter Letzt sortiert sich ein Handschuhfach in typischer Größe in die Liste der Ablagen. Für den gewissen Chic sorgen Klavierlack und in Wagenfarbe lackierte Zierteile am Armaturenbrett.

Das Bedienkonzept überzeugt!

Das Bedienkonzept überzeugt!

Selbst bei den Assistenzsystemen muss man keine Abstriche machen. Ein Tempomat mit Abstandsregelung steht ebenso bereit, wie ein Totwinkelwarner oder ein Spurhalteassistent. Alles auf aktuellem Stand.

Kia XCeed Motoren Check

Unter der Haube des hübschen Koreaners finden wir einen Vierzylinder mit 1.4 Litern Hubraum, der auf die Bezeichnung 1.4 T-GDI hört. Er entwickelt ausreichende 103kW/140 PS und leitet seine Kraft von 242 Nm bei 1.500 U/min über ein 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe an die Vorderräder weiter. Damit ist der Spurt auf 100 km/h in 9,5 Sekunden erledigt. Wer das Gaspedal stehen lässt, erntet eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h.

Der Kia XCeed im R+V24 Drive Check

Der Kia XCeed im R+V24 Drive Check

Den Verbrauch gibt Kia mit 5,9 Litern auf 100km an. Das kann man schaffen, wenn man es gemütlich angehen lässt. Im Durchschnitt fuhren wir über gut 1.800 km mit 7,3-7,6l/100km.

Kia XCeed Fahreindruck Check

Natürlich: Der Verbrauch liegt rund 1,5 Liter über der Werkangabe. Das lässt sich aber vor allem darauf zurückführen, dass der Kia XCeed eine gute Fahrdynamik bietet, die man gerne nutzt. Das Fahrwerk ist angenehm straff, ohne aber Komfort vermissen zu lassen. Kia hat hier – gerade im Vergleich zum Vorgänger – einen guten Kompromiss gefunden. Angenehm auch die Wirkweise der Bremsanlage, die ordentlich zupackt und einen guten Druckpunkt bietet. Grundsätzlich gefallen hat uns darüber hinaus die Abstimmung des Doppelkupplungsgetriebes.

Kia XCeed Test

Kia XCeed Test

Am Anfang muss man sich lediglich ein wenig an seine Arbeitsweise gewöhnen, da es hier und da etwas zügiger arbeiten könnte. Ordentlich abgestimmt wirken zudem die Assistenzsysteme: Der Abstandsassistent sorgt für Sicherheit, während der Spurhalterassistent sauber mitlenkt und eingreift, wenn man ausnahmsweise einmal unaufmerksam war. Gewöhnungsbedürftig erscheint die Freisprecheinrichtung, da hört sich der Gesprächsteilnehmer bei Telefonaten selbst – das geht besser.

Kia XCeed Preis Check

Ein gutes Fahrzeug kostet seinen Preis – das ist einfach so. Und so kommt ein Kia XCeed in der Basis bereits auf 21.390 Euro, ist also kein Billigheimer. Dafür bekommt man eine bereits bessere Ausstattung als im fünftürigen Kia Ceed, hochwertige Materialien und moderne Technik. Bereits der Edition 7, die Basis, bietet einen aktiven Spurhalteassistenten, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, die verbesserungswürdige Freisprecheinrichtung, LED-Scheinwerfer, eine manuelle Klimaanlage und weitere Assistenten. Mehr braucht man eigentlich nicht. Stattet man den Kia XCeed mit allem aus, so wie den Testwagen, kommt man auf rund gut 35.000 Euro. Viel mehr geht dann aber auch nicht. Und eine siebenjährige Garantie bekommt man bei Kia schließlich auch!

Kia XCeed Review

Kia XCeed Review

Zielgruppencheck und Fazit

Kia baut tolle Autos. Punkt. Kein Wenn, kein Aber. Mit dem Kia XCeed macht man nichts falsch, erst recht nicht, wenn man kein typisches SUV braucht, sondern lediglich Fan der Optik ist. Dann bekommt man mit dem XCeed einen sportlichen Vertreter dieser Zunft, der gut ausgestattet ist, gut fährt, zahlreiche Assistenten bereits ab Werk mitbringt und dazu auch noch über sieben Jahre Garantie verfügt. Abstiche? Wenige! Die Freisprecheinrichtung könnte besser funktionieren. Und der Platz auf der Rücksitzbank ist ebenfalls kein Ruhmesblatt. Ansonsten braucht der Kia XCeed sich nicht vor seinen Mitstreitern verstecken und hat einen Wandel hingelegt, der in der Kürze der Zeit von rund 20-25 Jahren wirklich ungewöhnlich ist.

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