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Der Skoda ENYAQ im R+V24 Vorab-Check

Skoda Enyaq. Wie Enya, die Sängerin – nur eben mit einem „q“ hinten dran, damit das neue Modell im Skoda-Portfolio auch in die Nomenklatur der anderen SUVs passt. Der Name kommt übrigens aus dem Altkeltischen und steht für „Quell des Lebens“. Passt. Irgendwie. Denn der Quell des Lebens des Skoda Enyaq ist Strom! Richtig gelesen: Das SUV vertraut auf einen elektrischen Antrieb. Besonders Leistungshungrige bekommen sogar zwei Anriebe. Wie das geht? Das klärt der Drive-Check!

Skoda Enyaq - Die wichtigsten Infos!

Skoda Enyaq – Die wichtigsten Infos!

Skoda ENYAQ Design Check

Schauen wir uns zunächst die Abmessungen an: Der Skoda Enyaq ist 4,65 Meter lang, ohne Außenspiegel 1,88 Meter breit und 1,62 Meter hoch. Fällt da etwas auf? Genau: der Stromer ist vier Zentimeter kürzer als ein Skoda Octavia. Dafür ist der Radstand des Elektro-SUVs mit 2,76 Metern rund acht Zentimeter länger – eine Weltmacht! Möglich machen das…, naja, dazu kommen wir im Antriebs-Check. Im Design-Check wollen wir nur noch kurz darauf hinweisen, dass der Skoda Enyaq weitestgehend baugleich mit dem Volkswagen ID.4 ist, dem jüngst vorgestellten Elektro-SUV der Wolfsburger. Als Basis dient der modulare Elektrobaukasten des Volkswagen-Konzerns, kurz MEB.

Founders Edition = Hervorragend ausgestattet!

Founders Edition = Hervorragend ausgestattet!

Fakt ist, dass der Skoda Enyaq recht massiv wirkt. Und, wie beim Menschen, haben große Autos auch oft große Schuhe. Beim Stromer sind 18-Zoll das Basis-Maß. Optional geht es hoch bis auf 21 Zoll – nicht schlecht! Nicht schlecht auch, dass sich der Enyaq stark an der 2019er Studie „Vision iV“ orientiert. Sicken und Kanten bestimmen das Bild. Außerdem gibt sich der Skoda Enyaq an seiner Front ernst und grimmig – ganz anders das Volkswagen-ID-Design, das an der Front so wirkt, als würden die Fahrzeuge albern lächeln.

Wieder einmal zeigt sich Skoda von seiner besten Seite und bildet die hübschere Variante eines Modells – was jedoch immer im Auge des Betrachters liegt. Zumindest steht der massive Grill selbstbewusst im Fahrtwind und kann gegen Aufpreis beleuchtet werden. 130 LEDs ermöglichen eine animierte Coming- und Leaving-Home-Funktion. Dazu passen dann auch die Voll-LED-Matrix-Scheinwerfer gut.

Dass der komplett neue tschechische Stromer ausschaut, wie das Facelift eines BMW 2er Active Tourer? Das kann man sicherlich als Kompliment gelten lassen, oder?

Der Enyaq kann sich sehen lassen, oder?

Der Enyaq kann sich sehen lassen, oder?

 

Skoda ENYAQ Innenraum Check

Ob der Innenraum auch Ähnlichkeit mit dem Münchner Mini-Van hat? Nun, irgendwie ähneln sich doch heute fast alle Fahrzeuge im Innenraum. Digitale Instrumente, ein riesiger Bildschirm in der Mitte, ruhige, reduzierte Linien und die fast völlige Abwesenheit von Knöpfen? Das passt auf viele Fahrzeuge. Gemein haben der Skoda Enyaq und der 2er Active Tourer zumindest die erhabene Sitzposition. Ansonsten gehen auch die Tschechen den Weg der Abkehr von Knöpfchen und Tasten. So wird eigentlich alles per Touch gesteuert – nicht immer der beste Weg, gerade was die Ablenkung vom Straßenverkehr anbelangt. Aber Mode war noch nie ausschließlich nützlich, nicht wahr?

Bei der Sitzprobe festgestellt: Viel Platz vorne und hinten!

Bei der Sitzprobe festgestellt: Viel Platz vorne und hinten!

So entschied man sich bei Skoda für einen hochaufbauenden Mitteltunnel, obwohl der gar nicht nötig wäre. Schließlich braucht man gar kein Getriebe oder sonstiges. Doch die Tschechen wollten weiteren Stauraum schaffen – in Zahlen: 48 zusätzliche Liter. In dieser Ablagebox in der Mittelkonsole können gleich zwei Smartphones gleichzeitig geladen werden – simply charging quasi.

Das Infotainment wird auf einem 13 Zoll großen Display angezeigt, das alle Informationen – vom Navi bis hin zum Stromfluss – anzeigen kann. Optional gibt es ein Head-Up Display, das sogar über Augmented Reality Funktionen verfügt – schöne neue Welt! Bedient wird das Infotainment-System über personalisierbare Bildschirmansichten mit Touchfunktion, über einen Touch-Schieberegler, mit MultiTouch-Gesten oder mithilfe der Sprachsteuerung. Dann kommt die digitale Sprachassistentin „Laura“ zum Zuge und steht dienend zur Seite. Natürlich stehen die üblichen Verdächtigen vom Schlage Android Auto, Apple CarPlay und MirrorLink parat.

Natürlich kommt kein modernes Fahrzeug mehr ohne Tablet aus!

Natürlich kommt kein modernes Fahrzeug mehr ohne Tablet aus!

Wie schaut es aber, abseits der Technik, mit dem Platzangebot aus? Durch die Abwesenheit von Komponenten, wie etwa einer großen Motor-Getriebe-Einheit, bieten Stromer oftmals eine bessere Raumausnutzung als Verbrenner. Das ist auch beim Skoda Enyaq nicht anders. So hat man auf allen Plätzen reichlich Platz zum Ausstrecken – und zwar in alle Himmelsrichtungen. Beeindruckend: Obwohl der Stromer mit einer kürzeren Außenlänge als der Skoda Octavia auskommen muss, bietet er fünf Zentimeter mehr Beinraum im Fond. Und damit der Strom möglichst schnell von den Insassen aus den Akkus in deren mobile Endgeräte entladen werden kann, stehen zwei USB-C-Anschlüsse und ein 230 V-Anschluss bereit. Ablegen kann man Tablets, Smartphones und anderen Krimskrams auf ausklappbaren Tischen im Fond.

Damit nicht genug, verträgt der Kofferraum reichlich Gepäck. Angegeben wird das Ladevolumen mit 585 Litern – eine ganze Menge. Legt man die Rücksitze um, kann man sogar auf ein Volumen von über 1.700 Liter zurückgreifen. Ein doppelter Ladeboden ist natürlich auch beim Skoda Enyaq „state of the art“, jedoch dem Ladekabel vorbehalten. Jenes kann mit einem eigenen Kabelreiniger gesäubert werden, um den hübschen Innenraum nicht zu verschmutzen – DAS ist wirklich „simply clever“!

Skoda Enyaq Founders Edition Fotos:

Skoda ENYAQ Antriebs Check

Kommen wir endlich zum Antriebs-Check – Motoren-Check passt schließlich nicht ganz, da der Skoda Enyaq das erste rein batterielektrische Fahrzeug der Tschechen ist. So verfügt die Basis über eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 55 kWh sowie über einen Elektromotor im Heck, der über eine Leistung von 109 kW/148 PS verfügt. Damit soll eine Reichweite von 340 km möglich sein. Das maximale Drehmoment liegt bei 220 Nm. Klingt nicht gerade nach Leistungs-Ektase – gleiches gilt für die Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Doch die Kraft liegt sofort an und muss nicht erst generiert werden, wie bei einem Verbrenner.

Mehr Leistung als die Einstiegsvariante bietet der Skoda Enyaq iV 60. Dieser hat eine 62 kWh-Batterie und bringt es auf eine Leistung von 132 kW/180 PS und 310 Nm. Mit ihm sollen 390 km zu fahren sein. Noch mehr schafft der Enyaq iV 80 mit seiner 82 kWh Batterie. Seine Leistungsausbeute liegt bei 150 kW/204 PS und ebenfalls 310 Nm. Mit diesem Antrieb schafft es der Stromer – traut man den Papierwerten – bis zu 510 km weit. Gedrosselt sind beide Varianten ebenfalls bei 160 km/h. Allerdings sind der Skoda Enyaq iV 60 und iV 80 wesentlich spritziger als die Basis: auf 100 km/h geht es in 8,7 bzw. 8,5 Sekunden, während der iV 50 11,4 Sekunden braucht.

Wieviel Reichweite darf es denn sein? Beim Enyaq hat der Erstkäufer die Qual der Wahl!

Wieviel Reichweite darf es denn sein? Beim Enyaq hat der Erstkäufer die Qual der Wahl!

Richtig Dampf hat der Skoda Enyaq iV 80X, da er auf zwei Elektromotoren vertraut, die zusammen 195 kW/265 PS und ein maximales Drehmoment von 425 Nm produzieren. Die Batteriegröße bleibt bei 82 kWh, die Reichweite sinkt auf maximal 460 km, doch das sportliche Potenzial steigt. So soll das SUV in 6,9 Sekunden auf 100 km/h spurten können – das ist Golf GTI-Niveau. Allradantrieb sei Dank, ist Traktion kein Thema. Das Gilt natürlich auch für den Skoda Enyaq iV RS. Seine beiden Elektromotoren erreichen eine Gesamtleistung von 225 kW/306 PS und lassen ihn in 6,2 Sekunden auf Landstraßentempo beschleunigen. Die Reichweite soll ebenfalls bei 460 km liegen, während die Höchstgeschwindigkeit mit 180 km/h angegeben ist.

Eine wichtige Frage ist natürlich immer die des Ladens. Skoda sagt, dass es nur 40 Minuten dauert, bis die 55 kWh großen Batterie aufgeladen ist. Das stimmt, dafür braucht es aber eine Ladeleistung von 125 kW und die ist aktuell nicht an jeder Ecke verfügbar. Immerhin: Optional ist eine Wärmepumpe erhältlich, die für eine erhöhte Reichweite an kalten Wintertagen sorgen soll.

Skoda ENYAQ Preis Check

Klingt alles schön und gut, aber teuer, richtig? Entwarnung! Los geht es bei 33.800 Euro für den Skoda Enyaq iV 50 mit 340 km Reichweite. Die Ausbaustufen iV 60 und iV 80 starten bei 38.850 respektive bei 43.950 Euro. Besonders Letzterer ist reichhaltig ausgestattet. Ein Auge sollte man zudem auf die „Founders Edition“ werfen, die nur zum Start bereitsteht und auf 1.895 Exemplare limitiert ist. Die Anzahl ist natürlich nicht willkürlich gewählt, sondern geht auf das Gründungsjahr von Skoda zurück.

Förderungsfähig wäre der Enyaq! Wir freuen uns auf eine baldige Probefahrt!

Förderungsfähig wäre der Enyaq! Wir freuen uns auf eine baldige Probefahrt!

Die oben genannten Preise sind aktuell sogar noch mehr zu verkraften, da noch die staatliche Förderung von 9.000 Euro davon abgezogen werden muss – zumindest bis 40.000 Netto-Listenpreis. Macht unter dem Strich einen Basispreis von unter 25.000 Euro! Und selbst die Basis ist mit einer Klimaautomatik, einem Multifunktionslenkrad, einem Schlüssellos-System, digitalem Radio, LED-Scheinwerfern und mehr ausgerüstet – was braucht man mehr?

Skoda ENYAQ Zielgruppencheck und Fazit

Seien wir ehrlich: Die meisten unserer Autofahrten sind nicht hunderte von Kilometern lang. Oftmals geht es ins Büro, zum Einkaufen oder zum Kindergarten. Da sollten selbst die 340 km Maximalreichweite des Basis Skoda Enyaq ausreichen. Natürlich möchte ein Stromer geladen werden und Super-Charger stehen nicht an jeder Ecke bereit – klar! Dennoch ist der Enyaq ein durchdachtes Elektroauto, ein trendiges SUV und vor allem ein gutes Familienauto, das obendrein auch noch chic aussieht. Die Abstriche? Konzeptbedingt die verminderte Reichweite in kalten Tagen und der Ausbau des Ladenetzes. Das kann man dem Skoda Enyaq aber wirklich nicht ankreiden.

Fotos: © Skoda 2020

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