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Autofahren im Herbst: Sicher durch den Straßenverkehr trotz Nebel, nassem Laub und Co.

Straße im Herbst

Beim Autofahren im Herbst passieren viele Verkehrsunfälle. Gründe dafür sind unter anderem:

  • Eingeschränkte Sicht durch Nebel
  • Rutschgefahr durch nasses Laub auf der Fahrbahn
  • Blendung durch tiefstehende Sonne
  • Unerwarteter Wildwechsel

Wie Sie sich optimal auf die Risiken in der dunklen Jahreszeit vorbereiten können und wie Sie sich als Autofahrer vor solchen Gefahrensituationen am besten schützen, erklären wir Ihnen in diesem Ratgeber. Wir verraten Ihnen, was Sie im Straßenverkehr genau beachten müssen und geben Ihnen nützliche Tipps für das Autofahren im Herbst, damit Sie sicher von A nach B kommen.

Fahren bei Nebel: Wichtige Verhaltensregeln und Tipps

Einer der Hauptgründe für Unfälle im Herbst ist Nebel, der meistens schlagartig da ist: Plötzlich sieht man nichts mehr außer einer milchigen Wand. Nicht selten kommt es dadurch zu Massenkarambolagen mit bis zu 100 Autos.

Nebelwand

Am besten können Sie sich beim Autofahren im Herbst folgendermaßen vor dem dichten Dunst schützen:

Fuß vom Gas!

Nebelschleier verschlechtern die Sicht enorm – insbesondere in der morgendlichen und abendlichen Dunkelheit ab Oktober. Kontraste verschwimmen und Gegenstände oder Personen können nur noch schlecht wahrgenommen werden. Das Fahren bei Nebel und die damit einhergehende eingeschränkte Sicht strengen unsere Augen an, was sich wiederum negativ auf unsere Konzentrationsfähigkeit auswirkt. In der diesigen Suppe verlieren wir unser Gespür für Geschwindigkeit – das lässt uns in Gefahrensituationen zu langsam bzw. zu spät reagieren. Deswegen ist es wichtig, dass Sie während dem Fahren bei Nebel immer Ihre Geschwindigkeit reduzieren!

Licht an!

Nebel macht es dem Licht schwer. Fernlicht hilft gar nicht, da es durch die Wassertröpfchen in der Luft reflektiert wird. Das Tagfahrlicht reicht ebenfalls nicht aus, da es hinten nicht leuchtet. Dann besteht die Gefahr, dass Fahrzeuge nicht gesehen werden und ein Auffahrunfall passiert! Auf Nummer Sicher gehen Sie, wenn Sie beim Autofahren im Herbst stets das Abblendlicht einschalten!

Wichtiger Tipp: Achtung bei neueren Autos und der dort verbauten Lichtautomatik! Die Sensoren, welche die unterschiedlichen Lichteinstellungen regeln, reagieren nicht immer automatisch auf Nebel. In der bequemen „Auto“-Stellung kann es Ihnen passieren, dass Sie mit Tagfahrlicht durch eine Nebelbank fahren und von den anderen Fahrern aufgrund der mangelnden Beleuchtung Ihres Fahrzeugs übersehen werden.

Hilfsmittel Nebelschlussleuchte

Die knallrote Nebelschlussleuchte bietet beim Fahren im Nebel einige entscheidende Vorteile:

  • Sie erleichtert Ihnen die Orientierung
  • Ihr Hintermann kann Sie schneller erkennen, wodurch Sie besser vor Auffahrunfällen geschützt sind
  • Sie erkennen sofort Ihren Vordermann, können sich besser auf dessen Geschwindigkeit einstellen und so einen sicheren Abstand halten

Nebelschlussleuchte

Doch Vorsicht: Im Nebel gut sichtbar, blendet die Nebelschlussleuchte bei klaren Verhältnissen! Daher sollten Sie sie nur anschalten, wenn die Sichtweite weniger als 50 Meter beträgt (entspricht der Distanz zwischen zwei weißen Randposten auf der Autobahn). Der Gesetzgeber schreibt für das Fahren mit Nebelscheinwerfern bzw. der Nebelschlussleuchte eine maximale Geschwindigkeit von 50 km/h vor.

Erhöhte Gefahr im Herbst vor Blendung durch die tiefstehende Sonne

Das Autofahren im Herbst kann nicht nur wegen Nebel tückisch sein! Tatsächlich ist die Sonne, nach der wir uns in den tristen und dunklen Herbst- und Wintermonaten so sehnen, der viel größere Unfallverursacher.

Laut einer Untersuchung des ACE auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamts gehen beinahe zwei Drittel (64 %) aller witterungsbedingten Unfälle auf das Konto der Sonne. Weder Schnee und Glätte noch Nebel oder Regen können da mithalten! Besonders betroffen ist laut der Studie der Verkehr innerorts. Das liegt an den vielen Verkehrszeichen, Kreuzungen und dem drängelnden Fahren.

Wichtiger Tipp: Die Studie macht es besonders deutlich: Bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 50 km/h entspricht eine Sekunde Blendung durch die Sonne einem „Blindflug“ von 14 Metern!

 

Besonders schwierig macht es uns die Sonne am Sommer- und Winterende. Dann ist ihr Einfallswinkel auf die Erde extrem flach, d. h. sie steht besonders tief. Beim Autofahren im Herbst und Winter kommen oft noch feuchte oder nasse Straßen hinzu. Durch die Reflektionen wird in der Folge die Blendwirkung noch schlimmer. Menschen am Straßenrand und Verkehrszeichen sind dann sehr schlecht auszumachen. Noch schwieriger fällt es uns, Lichtunterschiede wahrzunehmen: Ampeln und Bremsleuchten unserer Vordermänner inklusive!

Herbststraße

Hilfe bei tiefstehender Sonne

Wenn Sie beim Autofahren im Herbst durch die tiefstehende Sonne geblendet werden, gehen Sie am besten mit einer stark reduzierten Geschwindigkeit und einem ausreichend großen Abstand zum Vordermann auf Nummer sicher! Jedoch ist es auch hier wichtig, dass Sie nicht zu abrupt bremsen. Ihre Bremsleuchten sind nämlich für den Fahrer hinter Ihnen auch nicht so schnell zu erkennen!

Was Ihnen zusätzlich noch helfen kann:

  • Sonnenbrille
  • Sonnenblende
  • Blendschutz (Scheibenfolienstreifen an der Windschutzscheibe)
  • Frontscheibe von innen und außen sauber halten, am besten schlierenfrei
  • Wischwasser mit Reinigungszusatz versehen
  • Gut funktionierende Wischerblätter

Achtung im Herbst vor Rutschgefahr durch Laub

Bunte Laubwälder sind für viele das Schönste am Herbst. Doch die gelb-orangen Blätter bleiben nicht lange am Baum, sondern flattern schnell auf die Straßen und dann ist Vorsicht angesagt!

Feuchtes Laub auf der Straße ist nicht zu unterschätzen!

Regen, Nebel oder auch nächtlicher Frost durch niedrigere Temperaturen sorgen dafür, dass das Laub feucht wird – Straßen werden beim Autofahren im Herbst schnell zur Rutschpartie. Besonders gefährlich ist nasses Laub in Kurven, unter Brücken, im Schatten oder im Wald. Dort trocknet die Fahrbahn auch tagsüber nur schlecht und bleibt länger rutschig. Heikel ist es außerdem auf Parkplätzen. Ihre Reifen haben bei Laub weniger Grip (das gilt auch für Winterreifen!). Bei präzisen Parkmanövern sollten Sie daher lieber ein bisschen genauer hinschauen.

Auf Straßen innerorts bleibt in der Regel nicht so viel Laub liegen. Doch auch hier sollten Sie vorsichtig sein:

  1. Auch durch vereinzelte Blätter kann es Ihnen beim Autofahren im Herbst passieren, dass Ihre Reifen unterschiedlich grippen. Das kann dazu führen, dass Sie unkontrolliert ins Schliddern kommen. Durch diese einseitige Rutschgefahr können sich unter Umständen Ihre Brems- und Lenkmanöver verziehen.
  2. Außerdem besteht durch nasses Laub beim Autofahren die Gefahr, dass sich unter den Blättern schlechte Straßenverhältnisse wie Schlaglöcher, Steine oder andere Hindernisse verbergen und damit schnell zu unangenehmen Überraschungen werden! Vor allem an Straßenrändern liegt oft massenhaft Laub und versteckt abgesenkte Straßen.

Laub

Bester Schutz: Fuß vom Gas!

Wie auch bei den anderen typischen Gefahren beim Autofahren im Herbst und die damit einhergehende Rutschgefahr durch Laub ist eine angepasste Geschwindigkeit das Wichtigste!

Wichtiger Tipp: Auf nassen Straßen haben Ihre Reifen nur ein Fünftel der Haftung, als sonst auf trockenen Straßen – der Bremsweg verlängert sich also enorm!

 

Zum langsameren Fahren gehört natürlich auch eine vorausschauende Fahrweise! Nur so können Sie die Wahrscheinlichkeit verringern, dass Sie in Ihren Vordermann hineinrutschen. Besondere Vorsicht ist bei Motorrad- und Fahrradfahrern geboten. Vor allem Radler mit Elektroantrieb sind flotter unterwegs und haben leider wenig Bodenhaftung.

Vorsicht im Herbst vor Wildwechsel

Vielleicht befanden auch Sie sich bereits in einer ähnlichen Situation: Sie fahren in der Dämmerung auf der Landstraße und sehen in einigen Metern Entfernung ein Reh über die Straße huschen. Im Nachhinein ist man froh, nicht schon ein paar Meter weiter gewesen und mit dem Wild kollidiert zu sein. Aber warum kommt es vor allem im Herbst zu Wildwechsel? Wie kann man einen Zusammenstoß verhindern bzw. was macht man, wenn beim Autofahren im Herbst doch einmal ein Wildunfall passiert?

Herbst ist Äsungs- und Paarungszeit

Hauptgründe für den verstärkten Wildwechsel im Herbst sind:

  1. Die schwierigere Suche nach Futter
  2. Die Suche nach einem geeigneten Partner für die Paarung

Die Floskel „Liebe macht blind“ gibts wohl auch beim Wild. In der Paarungszeit ist den Tieren auf der Suche nach dem passenden Partner kein Weg zu weit. Die Gefahr, die dabei von der Straße und den vorbeibrausenden Autos ausgeht, nehmen Wildtiere dabei weniger stark wahr. Im Herbst wird außerdem das Futter für Wildtiere weniger. Das bedeutet, sie müssen für die Nahrungssuche weitere Wege zurücklegen und gehen hungrig lieber den direkten Weg – auch wenn dieser über eine vielbefahrene und mehrspurige Straße führt.

wildwechsel

Fuß vom Gas und Augen auf bei Warnhinweisen

Bester Schutz vor einem Zusammenstoß mit Wild beim Autofahren im Herbst ist natürlich immer eine angepasste Fahrweise. In Waldgebieten und grundsätzlich bei eingeschränkten Sichtweiten heißt es: Fuß vom Gas! Auch ein großer Sicherheitsabstand zum Auto vor Ihnen hilft, die Gefahr einer Kollision deutlich zu verringern.

Allerdings gibt es noch mehr Hinweise auf Wildwechsel als die bekannten Warnschilder. Überall dort, wo Sie CDs oder Reflektoren an den Bäumen sehen, können Sie davon ausgehen, dass Jagdpächter diese nicht zum Spaß angebracht haben. Auch ein Jäger-Hochsitz ist ein guter Indikator, dass Sie an dieser Stelle vorsichtig fahren sollten!

Wild

Wichtiger Tipp: Wildtiere mögen unsere Hupe nicht. Falls Sie also einmal „Auge in Auge“ mit einem Reh auf der Straße stehen, dann blenden Sie Ihr Licht ab und hupen Sie. Das verschreckt das Tier und es wird die Straße schnell wieder freigeben. Stets wichtig dabei ist, dass Sie Ihr Lenkrad gut festhalten und eine Vollbremsung durchführen. So passiert in der Regel am wenigsten – wenn es doch einmal zu einem Wildunfall kommen sollte.

Was ist bei einem Wildunfall zu tun?

Wichtig bei einer Kollision ist wie bei jedem Unfall der Selbstschutz! Wenn Ihnen so etwas beim Autofahren im Herbst passiert, sicheren Sie den Unfallort und sich selbst bestmöglich abWarnblinker und Warnweste an und Pannendreieck richtig aufstellen! Außerdem müssen Sie bei einem Wildunfall immer die Polizei einschalten! Wenn das angefahrene Tier geflohen ist, dann müssen Sie zusätzlich das Forstamt benachrichtigen. In diesem Fall hilft Ihnen die Polizei.

Wenn Sie unsere Tipps für das Autofahren im Herbst beachten, sind Sie auf mögliche Gefahrensituationen in der dunklen Jahreszeit optimal vorbereitet. Wir wünschen Ihnen gute Fahrt!

 

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