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KFZ-Steuer Reform 2021: das ändert sich

Am 03. Juni 2020 wurde ein neues Konjunkturpaket von der Bundesregierung beschlossen. Das Ziel: die Maßnahmen des Klimaschutzpakets aus dem Jahr 2020 sollen verstärkt werden. Darin ist festgehalten, welche Ziele im Rahmen des Klimaschutzes bis zum Jahr 2030 erreicht werden sollen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die KFZ-Steuer Reform, die ab 2021 in Kraft tritt. Sie soll dazu beitragen, den Straßenverkehr insgesamt emissionsärmer und umweltfreundlicher zu gestalten. Wie das genau aussehen soll, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

 

Auspuff

Wie wurde die KFZ-Steuer bisher berechnet

Bevor wir die Änderungen der KFZ-Steuer Reform im Jahr 2021 betrachten, werfen wir einen kurzen Blick auf die bisherigen Regelungen. Wenn Sie im Jahr 2020 die KFZ-Steuer für Ihren PKW berechnen wollten, spielte vor allem das Datum der Erstzulassung eine entscheidende Rolle:

  • PKW, die bis zum 30.09.2009 zugelassen wurden: Die Steuer bemisst sich aus dem Hubraum und der für den Wagen festgelegten Schadstoffklasse.
  • PKW, die nach dem 30.09.2009 zugelassen wurden: Hier wird die Steuer nach der Größe des Hubraums und der Menge des ausgestoßenen CO2s errechnet.
  • PKW, die zwischen dem 5.11.2008 und dem 30.06.2009 zugelassen wurden: Es findet das System Anwendung, das für den Fahrzeughalter günstiger ist.

Grundsätzlich müssen Sie bei einem Fahrzeug mit Dieselmotor mit einer höheren KFZ-Steuer rechnen als bei einem Benziner. Während für einen Benziner 2 Euro pro 100 Kubikzentimeter anfallen, beträgt der Satz für Diesel-Autos 9,50 Euro. Zusätzlich werden 2 Euro für jedes Gramm CO2 fällig, das Ihr Fahrzeug pro Kilometer ausstößt. Dadurch müssen Sie auch für viele alte Autos eine höhere KFZ-Steuer entrichten, da diese meistens mehr Abgase ausstoßen. In dem neuen Gesetzespaket sind außerdem folgende Freibeträge verankert:

  • Erstzulassung bis Ende 2011: 120 Gramm CO2 pro Kilometer
  • Erstzulassung ab 2012 bis Ende 2013: 110 Gramm CO2 pro Kilometer
  • Erstzulassung ab 2014: 95 Gramm CO2 pro Kilometer

Bereits in der Vergangenheit wurde die KFZ-Steuer also sukzessive an die Bestimmungen des Umweltschutzes angepasst.

Was das für die Berechnung Ihrer KFZ-Steuer bedeutet, zeigt Ihnen folgenden Tabelle:

KFZ-Steuer (EZ 01.01.14 – 31.12.20) KFZ-Steuer (EZ ab 01.01.21)
Hubraum pro 100 ccm Benzin: 2,00 Euro, Diesel: 9,50 Euro Benzin: 2,00 Euro, Diesel: 9,50 Euro
CO2-Ausstoß bis 95 g/km
CO2 je g/km bis 115 g/km 2,00 Euro 2,00 Euro
CO2 je g/km 116-135 g/km 2,00 Euro 2,20 Euro
CO2 je g/km 136-155 g/km 2,00 Euro 2,50 Euro
CO2 je g/km 156-175 g/km 2,00 Euro 2,90 Euro
CO2 je g/km 176-195 g/km 2,00 Euro 3,40 Euro
CO2 je g/km > 195 g/km 2,00 Euro 4,00 Euro

Bei Fahrzeugen, die weniger als 95 g/km an CO2 ausstoßen, werden in Zukunft 30 Euro von der KFZ-Steuer abgezogen.

Für spezielle Fahrzeuge gelten übrigens gesonderte Regelungen. Dazu gehören:

Welche Änderungen bringt die KFZ-Steuer Reform 2021 mit sich?

Im Zuge der Reform der KFZ-Steuer soll ab 2021 der CO2-Ausstoß eine größere Rolle bei der Höhe der Abgabe spielen. Zu diesem Zweck treten folgende Änderungen in Kraft:

  • Staffelung der Steuersätze für den CO2-Wert: Je höher der CO2-Wert, desto höher der Steuersatz. Das soll einen Anreiz für den Kauf eines emissionsärmeren Fahrzeugs bieten.
  • Verlängerung der Steuerbefreiung für Elektroautos: Während die Steuerbefreiung für Elektroautos bislang nur bis 31.12.2020 galt, wird sie mit der KFZ-Steuer Reform bis zum 31.12.2030 verlängert.
  • Steuervergünstigung für emissionsarme PKW: Wenn Sie im Zeitraum vom 12.06.2020 bis 31.12.2024 einen neuen PKW erstzulassen, dürfen Sie sich um Steuerersparnisse von 30 Euro pro Jahr über 5 Jahre hinweg freuen.

Elektroauto beim laden

Wenn Sie sich also einen emissionsarmen Neuwagen oder sogar ein Elektrofahrzeug zulegen möchten, können Sie in Zukunft bei der neuen KFZ-Steuer sparen. Besitzer von Autos mit hohem Schadstoffausstoß müssen hingegen mit einer Erhöhung ihrer KFZ-Steuer rechnen.

Steuergesetz

Die größten Gewinner der KFZ-Steuer Reform sind Besitzer von Klein- und Kompaktwagen. Durch den kleineren Hubraum fallen auch weniger Steuern an. Doch auch in der Mittelklasse profitieren einige Modelle. Konkrete Beispiele haben wir in dieser Tabelle zusammengefasst:

Modell Steuer vor der Reform Steuer nach der Reform
Smart Fortwo 67 Euro 20 Euro
Opel Agila 200 Euro 123 Euro
Ford Focus 247 Euro 152 Euro
VW Passat 308 Euro 208 Euro

Praxistipps: So sparen Sie bei der KFZ-Steuer

Wie wir Ihnen schon gezeigt haben: mit emissionsarmen und Elektrofahrzeugen können Sie bei der Steuer viel Geld sparen. Wenn Sie außerdem folgende Tipps beachten, ist Ihr Sparpotential noch höher:

  • Diesel vermeiden: Dieselfahrzeuge sind aus steuertechnischer Sicht deutlich teurer als Benziner. Vielfahrer profitieren vom Diesel, alle anderen sollten lieber die Finger davon lassen.
  • Hybridfahrzeug nachrüsten: Wenn Sie Ihren Hybridwagen zu einem reinen Elektroauto umrüsten lassen, profitieren Sie ebenfalls von der verlängerten Steuerbefreiung aus der KFZ-Steuer Reform 2021.
  • Kaltlaufregler einbauen lassen: Auch für Ihren Benziner gibt es eine Umrüst-Möglichkeit. Ein Kaltlaufregler sorgt dafür, dass der Motor schneller warmläuft. So können Sie Emissionen reduzieren und Ihr Wagen rutscht eventuell in eine niedrigere Schadstoffklasse.
  • Neuwertiger Katalysator: Bei einem Dieselfahrzeug haben Sie die Möglichkeit, einen neuwertigen Katalysator einbauen zu lassen. Das kann zu Steuerersparnissen führen.
  • Steuer jährlich zahlen: Auch nach der KFZ-Steuer Reform 2021 haben Sie die Möglichkeit, die Steuer monatlich oder jährlich abzuführen. Entscheiden Sie sich für Letzteres, können Sie etwa 3 bis 6 Prozent sparen. Denn die Behörden verlangen für Ratenzahlungen einen entsprechenden Aufschlag.

Auch wenn die KFZ-Steuer bei einem Autokauf nur einen geringen Teil ausmacht, können Sie hier bares Geld sparen. Doch Vorsicht: Nicht alle Nachrüstungen lohnen sich. Holen Sie dafür immer einen Experten mit ins Boot und fragen Sie sich, wie lange Sie das Auto noch fahren möchten.