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Kia Stonic Fahrbericht | Test | Review

Mach einer würde sagen, dass der Kia Stonic nicht Fisch, nicht Fleisch ist. Aber das sind andere Fahrzeuge auch nicht – wen kümmert´s also?! Der Koreaner wildert irgendwo im Bereich der Kompaktklasse, will aber kein schöner Hatchback, sondern ein SUV sein. Damit sticht er voll ins Herz des aktuellen Trends. Im Drive Check stellen wir heraus, ob der Kia Stonic auch in unser Herz sticht.

gelber Kia Stonic mit seitlicher Ansicht

Kia Stonic Fahrbericht

 

Kia Stonic Design Check

Er ist 4,14 m lang, 1,76 m ohne Außenspiegel breit und 1,51 hoch. Damit passt der Kia Stonic bestens ins Feld seiner Mitbewerber von Schlage eines Opel Crossland X, Seat Arona, Hyundai Kona und wie sie nicht alle heißen. Sein Verkaufsargument in diesem beliebten Segment ist seine gefällige Optik ohne Überraschungen.

gelber Kia Stonic mit Frontansicht

Kia Stonic Test

So erwartet den Betrachter an der Front die Tigernase, also der typische Kia-Markengrill. Eine Etage tiefer sorgt ein großer Lufteinlass für sportliche Assoziationen, obwohl der Kia Stonic damit gar nicht viel am Hut hat. Dynamisch wirkt der Koreaner auch aufgrund seiner böse dreinblickenden Scheinwerfer und seiner generell eher kantigen Optik. Geradlinig und fast schon teutonisch erscheint der Kia Stonic. Das dürfte wohl auf Peter Schreyer zurückzuführen sein, der einst bei Volkswagen für das Design verantwortlich war und beispielsweise den VW Golf IV entwarf.

Zurück zum Kia Stonic: Bei ihm fällt besonders die gegenläufige C-Säule ins Auge und setzt den Koreaner wieder in ein dynamisches Licht. Am Heck erinnert das kleine SUV ein wenig an den Kia Sportage – nicht der schlechteste Vergleich. Andererseits hat die Heckpartie auch Züge von Seat. Und zu guter Letzt? Das Abgasendrohr, dass sich im angedeuteten Unterfahrschutz verbirgt, ist ein echtes – Überraschung!

Kia Stonic Innenraum Check

Innen zeigt sich der Kia Stonic mindestens genauso aufgeräumt, wie außen und pflegt ein klassisches Layout. Hier lenkt nichts ab, hier stört nichts, hier begreift man schnell die Bedienlogik – wie angenehm. Und die Zeiten, in denen man sich über den überfrachteten Blinkerhebel brüskierte, da die Lichtsteuerung in ihn integriert ist, sind wohl vorbei – Lichtautomatik sei Dank.

Kia Stonic Innenraum

Kia Stonic Innenraum

Beim Infotainment vertraut Kia auf ein 7- bzw. 8-Zoll-System. Das kleine System ist serienmäßig und verfügt über die aktuelle Klaviatur an Konnektivität: Bluetooth, Apple CarPlay und Android Auto kosten in keinem Kia Stonic Aufpreis. Digitale Instrumente oder ein Head-Up Display sucht man hingegen vergebens. Der Blick fällt auf klassische Rundinstrumente, die sich bestens ablesen lassen.

Angenehm darf sich darüber hinaus das Gestühl in der ersten Reihe titulieren lassen. Die straffe Polsterung gefällt und ermüdet nicht so schnell. Ein wenig mehr Seitenhalt hätte es hingegen sein dürfen. Platz steht dafür genügen bereit – vorn findet man schnell eine angenehme Sitzposition. Hinten wird es etwas enger, aber immer noch erträglich für zwei durchschnittlich große Erwachsene. Zu dritt ist es hinten indes kuschelig. Absolut durchschnittlich und damit im grünen Bereich ist der Kofferraum: Jener bietet 325 Liter Volumen bei voller Bestuhlung. Maximal sind es 1.155 Liter.

Kia Stonic Motoren & Fahreindruck Check

Kia Stonic R+V24 Drive Check auf der Straße in der Innenstadt

Kia Stonic R+V24 Drive Check

Vier Antriebe stehen beim Kia Stonic zur Wahl: Drei Benziner, ein Diesel. Mit Super befeuert, steigt man mit einem 1.2 Liter Vierzylinder in die Motorenwahl ein. 63 kW/84 PS sind natürlich keine Wonne, 122 Nm Drehmoment ebenfalls nicht. Das Resultat: müde 13,2 Sekunden auf 100 km/h und 165 km/h Höchstgeschwindigkeit. Besser man greif zum 1.4 Liter Benziner. Seine 73 kW/99 PS sind genug für den kompakten Stonic. Hier sei aber die 6-Gang-Handschaltung empfohlen, da die 6-Gang-Automatik etwas gemütlicher ist. Manuell geschaltet geht es in 12,6 Sekunden auf 100, mit der Automatik über eine Sekunde langsamer. Maximal sind rund 173 km/h drin – für den Alltag aber ausreichend.

Als Top-Benziner steht der 1.0 T-GDI in der Liste. Seine 88kW/120 PS sollten dem Kia Stonic Beine machen, wirken aber ein wenig zugeschnürt – der Dreizylinder-Turbo möchte gedreht werden, wird dabei aber nie rau! 10,3 Sekunden für den Standardsprint bzw. 10,6 Sekunden mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe sind zügig, aber nicht überbordend schnell. Und auch die 185 km/h Topspeed sind ebenfalls eher durchschnittlich. Beim Konsum gönnt sich der Turbo-Dreizylinder einen halben Schluck weniger als der schwächere 1.4er und konsumiert laut Werk 5,2 Liter auf 100km. Der 1.4 Liter Benziner ist mit 5,7 bzw. 5,5 Litern angegeben, während das Werk herausgefunden haben will, dass beim 1.2er zwischen 5,8 und 5,9 Liter durch die vier Brennräume zerstäubt werden.

Weiter geht es mit dem Diesel: Dieser verfügt über 1.6 Liter Hubraum und mit 280 Nm ab frühen 1.500 U/min gut bei Kräften. Zudem ist sein Verbrauch mit 3,9 Litern Verbrauch angenehm niedrig. Mit seinen 100 kW/136 PS ist er mit 10,3 Sekunden auf 100 km/h recht nachdrücklich bei der Sache. Das Ende der Fahnenstange ist bei 185 km/h erreicht.

Kia Stonic Preis Check

Kia Stonic steht in einer Seitenstraße

Kia Stonic Probefahrt

Los geht es mit der Edition 7, die 15-Zoll-Leichtmetallräder, das 7-Zoll-Infotainment ohne Navi, dafür aber mit Android Auto und Apple CarPlay sowie eine Klimaanlage mitbringt. Kostenpunkt: 15.990 Euro als Einstiegsbenziner. Die nächst höhere Ausstattungslinie Vision startet bei 17.690 Euro und bringt 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, eine Klimaautomatik, ein beheizbares Lederlenkrad, Nebelscheinwerfer sowie eine Einparkhilfe, einen Regensensor und eine Sitzheizung mit.

Sehr zu empfehlen ist die Ausstattungslinie Spirit. Hier bekommt man Instrumente mit 3,5-Zoll-Display, einen aktiven Spurhalteassistenten, einen Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung, dazu einen Tempomaten sowie eine Müdigkeitserkennung und eine Rückfahrkamera – mehr braucht es nicht. Dafür muss man mindestens 19.190 Euro auf dem Konto haben.

Die Top-Version ist die Platinum Edition und bringt einmal alles mit, was Spaß macht. Der Preis von 24.450 Euro ist allerdings auch sportlich. Dafür bekommt man aber vieles geboten. Dazu zählen etwa Aluminium-Pedale, digitaler Radioempfang, ein elektrisches Glasschiebedach, das große Navi sowie eine komplette Lederausstattung, ein Smartkey und ein Tot-Winkelwarner. Die Ausstattungsdetails der günstigeren Versionen addieren sich hier natürlich.

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Auch, wenn der Kia Stonic wie ein Allradler aussieht: Er ist ein reiner Fronttriebler und damit bestens für die Stadt geeignet. Und da macht er seinen Job gut, nervt nicht überbordender Größe, sondern gefällt mit tollem Design und viel Ausstattung. Als Zweitwagen, um die Kids zu ihrer Freizeitbeschäftigung zu bringen oder die Einkäufe zu erledigen – optimal. Als Erstwagen fehlt dem Kia Stonic ein wenig der Pfeffer bei den Antrieben. Ansonsten hätte er genau in unser Herz getroffen.

Fotos: © KIA 2020

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